STAND

Ein Dreijähriger wurde von einem Hund schwer verletzt. Der Vorfall in Oberstenfeld (Kreis Ludwigsburg) Ende Juli sorgte für Verunsicherung in der Bevölkerung. Das wollen die Kommunen Oberstenfeld und Beilstein vermeiden und haben nun einen Infoabend veranstaltet.

Gemeinsam haben die Kommunen Beilstein und Oberstenfeld über "gefährliche Hunde und die Hundehaltung" informiert. Experten hielten dazu am Mittwochabend Vorträge im Stiftskeller Oberstenfeld. Auch im Nachhinein stehen Experten für Fragen bereit. 70 Besucher kamen und diskutierten.

Besucher beim Infoabend "Gefährliche Hunde" in Oberstenfeld (Foto: SWR, Harald Holz)
70 Besucher kamen zum Infoabend "Hundehaltung und gefährliche Hunde" Harald Holz

Polizei ermittelt

Im Fall des Hundeangriffs Ende Juli auf einem Fußweg zwischen Beilstein und Oberstenfeld ermittelt die Polizei. Die Aussagen über die Vorgänge sind unterschiedlich, unter anderem, ob der Hund am Fahrrad oder zu Fuß geführt worden war.

"Wir wollen nicht, dass Menschen Angst vor Hunden haben müssen. Gleichzeitig wollen wir keinesfalls, dass alle Hundehalter unter Generalverdacht gestellt werden."

Markus Kleemann, Bürgermeister Oberstenfeld

Dreijähriger schwer verletzt

Der Halter des Hundes lebt in Beilstein. Dem Vernehmen nach ist es ein junger Mann, der unerfahren mit Hunden ist. Er selbst führte den Hund bei dem Vorfall Ende Juli nicht, sondern der Bruder. Der sogenannte Listenhund biss zu, ein dreijähriger Junge wurde schwer verletzt.

Er wurde schon mehrfach operiert, die Familie möchte sich nicht äußern. Dankbar ist sie für eine Spendenaktion von drei Frauen aus Oberstenfeld, bei der rund 9.000 Euro zusammen kamen, weiß Bürgermeister Markus Kleemann. "Auch wir, die Verwaltung, freuen uns über diese tolle Anteilnahme der Bürger. Das zeigt, wir halten zusammen."

Dauer

Verantwortung liegt beim Halter

Wer ist schuld an solchen Angriffen? Der Hund? Das Opfer? Der Halter? Es kommt auf die jeweilige Situation an, sagen Experten. Unabhängig vom Fall in Oberstenfeld Ende Juli sagt Hundetrainer Benjamin Merx: "Der Halter ist immer in der Verantwortung. Wenn er im öffentlichen Raum unterwegs ist, muss er den Hund führen können. Es darf sich niemand bedroht oder belästigt fühlen."

Nicht in die Augen sehen

Steht man plötzlich einem Hund gegenüber, der vielleicht aggressiv wirkt, rät der Experte: Nicht in die Augen sehen, das wirkt sonst provozierend. Den Abstand zum Hund langsam verringern und die Seite zudrehen. Das signalisiert: ich möchte nichts von dir.

Ein Hund bellt und fletscht die Zähne. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Soeren Stache)
So ein Anblick kannst Angst machen (Symbolbild) picture alliance/dpa/Soeren Stache

Hund ist im Tierheim

Der Halter aus Beilstein hat den Hund abgegeben, er sitzt im Heilbronner Tierheim, wo sich Experten um ihn kümmern. Auch Beilsteins Bürgermeister Patrick Holl beschäftigt das Thema weiterhin: "Wir haben immer so drei bis fünf Listenhunde gemeldet, hatten aber soweit ich das weiß noch nie Probleme. Bis auf den jetzigen Fall."

Ähnlich sieht es im benachbarten Oberstenfeld aus. Bürgermeister Kleemann sagt: "Wir wollen nicht, dass Menschen Angst vor Hunden haben müssen. Gleichzeitig wollen wir aber keinesfalls, dass alle Hundehalter unter Generalverdacht gestellt werden."

STAND
AUTOR/IN