Ein Impfbuch mit einem Eintrag einer Booster Impfung gegen Covid-19 liegt auf einem Tisch. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod)

Hohenloher Landrat hat Zweifel an der Durchsetzbarkeit

Wie sinnvoll ist die Impfpflicht im Gesundheitswesen?

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Beschäftigte im Gesundheitswesen müssen sich gegen Corona impfen lassen, Heimbewohner dagegen nicht. Dies sei schwer zu erklären, sagt der Hohenloher Landrat Matthias Neth (CDU).

Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises werde derzeit mit Anträgen auf Ausnahme-Genehmigungen "geflutet", so der Landrat wörtlich.

Eine Impfung halte er weiter für sinnvoll. Sie könne bei Omikron einen Krankheitsverlauf abmildern. Die Frage sei allerdings, ob dies als Grund für eine Pflicht reicht. Der Landrat sieht ein Akzeptanzproblem.

Einrichtungsbezogene Impfpflicht aussetzen

Noch deutlicher wird man bei den Barmherzigen Brüdern Trier. Die Krankenhaus-Gesellschaft betreibt die Kliniken in Öhringen (Hohenlohekreis), Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim (beide Main-Tauber-Kreis) sowie elf Senioren-Einrichtungen, vier Bildungszentren sowie mehrere medizinische Versorgungszentren in Heilbronn-Franken. Regionalleiter Thomas Wigant fordert die einrichtungsbezogene Impfpflicht auszusetzen.

"Eine Sonderbehandlung für unsere Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern und Senioren-Zentren ist [...] ein falsches Signal genau an diejenigen, die seit zwei Jahren mit extrem hohem persönlichen Einsatz [...] die Versorgung der Patient*innen und die Pflege der Bewohner*innen aufrecht erhalten und gesichert haben."

Außerdem betrage die Impfquote in den Einrichtungen zwischen 97 und 99 Prozent über alle Berufsgruppen hinweg.

Eine Frau zieht eine Dosis des Impfstoffes von BioNTechPfizer für eine Corona-Impfung auf. (Foto: dpa)
Eine Frau zieht eine Dosis des Impfstoffes von BioNTech/Pfizer für eine Corona-Impfung auf. dpa

Vergleichweise wenige Rückmeldungen

Unterdessen teilte das Landratsamt des Landkreises Heilbronn mit, es habe 330 Beschäftigte im Gesundheitswesen aufgefordert, ihren Impfstatus nachzuweisen. Bisher seien jedoch nur 154 Beschäftigte dem Aufruf gefolgt, also knapp die Hälfte. Einen Rückschluss auf die tatsächliche Impfquote lasse dies allerdings nicht zu.

Aus dem Landratsamt Schwäbisch Hall heißt es, das Gesundheitsamt stehe mit Mitarbeitenden in den Einrichtungen in Kontakt, um Fragen im Zusammenhang mit Impfpflicht und Möglichkeiten für Ausnahmen zu klären.

Das Landratsamt des Main-Tauber-Kreises sieht sich für eine neue Impfkampagne im Herbst gerüstet. Ausrüstung aus dem ehemaligen Impfstützpunkt in Königshofen sei eingelagert und könne bei Bedarf wieder eingesetzt werden.

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