Das Hohenloher Dorf im Freilandmuseum Wackershofen (Foto: Freilandmuseum Wackershofen)

Pandemie macht sich bei Besucherzahlen bemerkbar

Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen in Finanznot

STAND

Das Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen rechnet in der aktuellen Saison wieder mit einem hohen Defizit. Im Vergleich zu 2019 ist die Besucherzahl um etwa zwei Drittel zurückgegangen.

"Dem Museum geht es schlecht", sagte der Leiter Michael Happe dem SWR im Gespräch. Anders könne man es nicht ausdrücken. Finanziell befinde man sich in großer Not, von den Einnahmen sei in den vergangenen zwei Jahren mehr als die Hälfte weggebrochen.

"Wir können nur hoffen, dass dieser Spuk bald ein Ende hat und wir nach und nach zur Normalität zurück kommen."

Nur noch rund ein Drittel der Besucher

Warum das so ist, ist schnell erklärt: Es fehlen die Besucher. Noch 2019 kamen etwa 120.000 Besucher ins Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen, im vergangenen Jahr waren es etwa 41.000. Dass es in diesem Jahr noch viele mehr werden könnten als im vergangenen, davon geht Michael Happe nicht aus.

Damit fehlen wichtige Einnahmen. Zwar beteilige sich die Kommune am Freilandmuseum, aber mehr als die Hälfte des Budgets müsse man durch Eintrittsgelder erwirtschaften, erklärt Happe. Da liege die Grenze bei 100.000 Besuchern pro Saison. "Darunter arbeiten wir defizitär", sagt der Museumsleiter.

Lockdown und Corona-Pandemie zeigen ihre Auswirkungen

Man spürt auch in Wackershofen die Pandemie, nicht zuletzt am Verhalten der Besucher. Nachvollziehbarer Weise, wie Michael Happe sagt, würden viele Leute große Menschenansammlungen weiter meiden. Im Museum hat man die Gegebenheiten dem zwar angepasst, Veranstaltungen räumlich und zeitlich entzerrt, die Besucher seien aber dennoch weiter zögerlich.

"Uns fehlt einfach auch Man-Power und das schmälert natürlich die Möglichkeiten."

Außerdem musste das Museum in dieser Saison drei Monate aufgrund des landesweiten Lockdowns schließen. In diese Zeit seien viele große Veranstaltungen wie der Käse- oder Pflanzenmarkt und andere gefallen, die dann abgesagt werden mussten. Seit März 2020 sei außerdem ein großer Teil der Belegschaft in Kurzarbeit, so Happe weiter. Das wirke sich auch bei der Umsetzung von Veranstaltungen aus, die jetzt wieder stattfinden können.

Spendenbereitschaft ebbt langsam ab

Dankbar ist man in Wackershofen über zahlreiche Spenden, die im vergangenen Jahr eingegangen sind. In diesem Jahr kamen allerdings weniger Spendengelder zusammen.

"Es konnte ja keiner wissen, dass [die Situation um die Corona-Pandemie] eine Art Dauerzustand wird. Da ist es verständlich, dass die Hilfsbereitschaft auch irgendwann nachlässt."

Über weitere Spenden freue man sich daher sehr. Informationen dazu findet man auf der Webseite des Hohenloher Freilandmuseums Wackershofen.

STAND
AUTOR/IN