Traktor beim Ausbringen von Gülle auf Feld. (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Experten und Landwirte diskutieren in Waldenburg über die Zukunft

Hohebucher Agrargespräch: Regionale Landwirtschaft unter Druck

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AUTOR/IN
Timo Leiß

Nachhaltige oder intensive Landwirtschaft? Die Landwirte stehen derzeit vor vielen Herausforderungen und Fragen. In Waldenburg diskutieren Experten und Landwirte über die Zukunft.

Der Sommer war heiß und trocken für die Landwirte. Der Ukraine-Krieg brachte steigende Kosten, etwa bei den Düngemitteln oder beim Diesel. In der Corona-Krise profitierten die Landwirte noch von einer gestiegenen Nachfrage für regionale Produkte. Mit der hohen Inflation und den höheren Preisen, die die Landwirte nur bedingt weiter geben können, schrumpft aber auch dieser Markt wieder. Gleichzeitig soll die Landwirtschaft ökologischer, nachhaltiger werden. Wie das funktionieren kann, welche Herausforderungen und Probleme es gibt, darüber diskutieren Experten und Landwirte beim sogenannten "Hohebucher Agrargespräch" in Waldenburg (Hohenlohekreis).

Lieferketten und Preise durch aktuelle Krisen gestört

Wilfried Häfele, der Geschäftsführer des Evangelischen Bauernwerks und Veranstalter des Hohebucher Agrargesprächs, will Nachhaltigkeit und eine moderne, intensive Landwirtschaft so gut es geht miteinander vereinen. Regionale, kurze und dadurch auch sichere Lieferketten könnten für Landwirte und die Versorgungssicherheit eine große Chance sein.

"Wenn wir regionale Märkte haben, die funktionieren, bietet das Einkommenschancen und eben auch die große Chance, mehr Nachhaltigkeit zu produzieren."

Doch auch auf dem Hohebucher Agrargespräch sind sich die Experten und praktizierenden Landwirte einig: Derzeit sind die Lieferketten und die Marktpreise gestört - global aber auch regional.

Verbraucher müssen bereit sein, höhere Preise zu zahlen

Friedhelm Weckert ist Obst- und Gemüsebauer aus dem nahe liegenden Metzdorf (Hohenlohekreis). Auch ihn treffen als regionalen Produzenten die vielfältigen Probleme der Landwirtschaft. Er fordert mehr Ehrlichkeit von der Politik und den Verbrauchern. Der Wunsch nach einer heimischen Landwirtschaft, bei der bis zu 40 Prozent der Produkte ökologisch produziert werden, könne nur funktionieren, wenn die Verbraucher auch bereit seien, höhere Preise zu bezahlen.

"Wenn der Verbraucher keine deutsche Ware mehr kauft, sondern einfach nur das Günstigste, dann haben wir keine Chance. Wir können einfach nicht zu diesen niedrigen Preisen existieren, es funktioniert nicht."

Für höhere Standards bei Produktion und Löhnen müssten die Landwirte ihre Produkte auch zu höheren Preisen verkaufen können. Denn auch das wird auf dem Hohebucher Agrargespräch deutlich: Ohne Perspektive werden immer mehr regional produzierende Landwirte aufhören.

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Die Ländliche Heimvolkshochschule Hohebuch des evangelischen Bauernwerks in Württemberg e.V. bietet Weiterbildungen und Möglichkeiten der Begegnung zwischen Landwirten an, wie beispielsweise beim jährlichen Hohebucher Agrargespräch.

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