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Das schwere Unwetter Ende Mai 2016 hat große Schäden in vielen Kommunen im Kreis Schwäbisch Hall und im Hohenlohekreis verursacht. Besonders betroffen waren damals auch die Städte Künzelsau, Forchtenberg und Niedernhall. Dort ist der Hochwasserschutz verbessert worden.

Reißende Bäche, herausgespülte Pflastersteine, geflutete Geschäfte - den 29. Mai 2016 haben die Künzelsauer Bürger nicht vergessen. Die Fluten richteten einen Millionenschaden an. Die Feuerwache und das Alte Rathaus standen unter Wasser, außerdem zahlreiche private Gebäude und Geschäfte in der Innenstadt.

"Es ist bewundernswert, wie seitdem gearbeitet wurde. Wer jetzt durch die Stadt läuft, kann nicht mehr erahnen, wie stark Künzelsau betroffen war. Das war eine gigantische Gemeinschaftsleistung."

Das Alte Rathaus wurde nach den Fluten für rund 1,3 Millionen Euro generalsaniert. Es beherbergt jetzt eine moderne Stadtbücherei mit Bürgerräumen. In der Gaisbacher Straße und am Oberen Bach hatte das Wasser große Löcher in den Straßenbelag gerissen. Die Flächen mussten komplett neu ausgebaut werden. Die Kosten alleine hier beliefen sich auf rund 470.000 Euro.

Innenstadt von Künzelsau, vor dem Alten Rathaus, nach dem Unwetter am 29. Mai 2016 (Foto: Pressestelle, Stadt Künzelsau)
So sah es nach den Fluten Ende Mai 2016 in Künzelsau aus Pressestelle Stadt Künzelsau

Weitere Starkregenereignisse befürchtet

Der Künzelsauer Gemeinderat hatte ein Ingenieurbüro damit beauftragt, um ein sogenanntes "Starkregenrisikomanagementkonzept" zu erarbeiten. In dem Konzept sind über 50 Maßnahmen in Künzelsau und den Stadtteilen aufgelistet, die nach Prioritäten bis 2030 umgesetzt werden sollen. Die Stadt geht von Investitionen in einer Spanne von 21 bis 32 Millionen Euro aus. Aufgrund des Klimawandels befürchtet die Stadt weitere Starkregenereignisse. Auch entlang des Kochers wird der Hochwasserschutz verbessert.

Innenstadt von Künzelsau, saniert, nach dem Unwetter am 29. Mai 2016 (Foto: Pressestelle, Stadt Künzelsau)
Neuer Pflasterbelag in der Künzelsauer Innenstadt nach dem Unwetter am 29. Mai 2016 Pressestelle Stadt Künzelsau

Das Hochwasser Ende Mai 2016 hinterließ auch in der Stadt Forchtenberg Spuren. Das Gewerbegebiet stand unter Wasser. Ein dort angesiedelter Lebensmitteldiscounter und mehrere Firmen hatten teils massive Schäden zu beklagen. In einem Wohngebiet kamen Sturzfluten von den Hängen, ein Haus wurde überspült und glich zeitweise einem Wasserfall.

Hohe Investitionen in Forchtenberg

Nach Angaben der Stadt sind seither rund 2 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert worden. So sorgt eine Betonwand im Falle eines Starkregens jetzt dafür, dass Wasser nicht mehr durch eine Unterführung in das Gewerbegebiet laufen kann. Die sogenannte "Muthofer Klinge" wurde ebenfalls sichtbar ausgebaut. Aktuell läuft auch in Forchtenberg eine Analyse, welche kritischen Stellen in den nächsten Jahren noch entschärft werden müssen. Bis Ende Juni sollen hier erste Ergebnisse aus einem Gutachten vorliegen.

Die Muthofer Klinge in Forchtenberg ist besser gegen Hochwasser geschützt (Foto: Stadt Forchtenberg)
Die "Muthofer Klinge" in Forchtenberg ist jetzt besser gegen Sturzfluten geschützt Stadt Forchtenberg

Hochwasserrückhaltebecken in Niedernhall im Bau

In Niedernhall wird seit 2016 auch kräftig in den Hochwasserschutz investiert. Aktuell im Bau ist ein großes Hochwasserrückhaltebecken. Insgesamt geht es um Investitionen in Höhe zwischen 6 und 7 Millionen Euro. Das Land gibt einen Zuschuss von 70 Prozent, den Rest muss die Kommune tragen. Im September 2021 soll das Becken fertiggestellt sein. Weitere Maßnahmen sind in Niedernhall aktuell nicht geplant.

"Meine Erfahrung aus dem Unwetter 2016 ist auch, dass die Gesellschaft das sehr gut gelöst hat und der Zusammenhalt extrem da war. Also das hat mich schon sehr überrascht, wie sich die Menschen gegenseitig geholfen haben. Es war eine große Solidarität zu spüren."

Hochwasserrückhaltebecken Niedernhall (Foto: Stadt Niedernhall)
Hochwasserrückhaltebecken in Niedernhall Stadt Niedernhall
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