Schwere Zeiten für die Zeitungsverlage (Foto: SWR)

24-seitiges E-Paper erschienen

"Heilbronner Stimme": Keine gedruckte Ausgabe am Montag nach Hackerangriff

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Jan Arnecke

Trotz aller Bemühungen der IT-Experten bei der "Heilbronner Stimme" wird es am Montag keine gedruckte Ausgabe geben. Ein E-Paper ist allerdings erscheinen.

Nach dem Hackerangriff in der Nacht auf Freitag auf die "Heilbronner Stimme" stehen die Druckerpressen weiterhin still. Eine gedruckte Ausgabe für Montag gab es demnach nicht, erklärte der Chefredakteur Uwe Ralf Heer am Sonntagvormittag. Allerdings sei es gelungen, ein digitales Arbeitsumfeld zu schaffen, das am Sonntag die Produktion eines 24-seitigen E-Papers ermöglichte. Dieses sei am Montag frei zugänglich, heißt es weiter.

"Heilbronner Stimme" um schnellstmögliche Lösung bemüht

Dem Chefredakteur zufolge arbeiten externe Cyberexperten wie auch die IT-Abteilung der "Heilbronner Stimme" seit Bekanntwerden des Angriffs rund um die Uhr an Lösungen. Betroffen sind viele Bereiche der Zeitung. So sind beispielsweise die Computer der Mitarbeitenden verschlüsselt worden und eben auch die Druckerpressen ausgefallen. Ein erster Erfolg am Wochenende ermöglichte es am Sonntag, dass die Mitarbeitenden von Zuhause aus ein E-Paper für Montag produzieren konnten.

Bereits am Samstag kündigte Heer an, dass es für Montag eine Ausgabe geben werde. Da stand allerdings noch nicht fest, ob diese nur digital oder auch gedruckt herausgegeben werden kann. Eine Notausgabe, wie sie am Samstagmorgen in den Briefkästen der Kunden lag, schloss er allerdings von vornherein aus. "Wir veröffentlichen erst wieder, wenn wir die übliche gewohnte Qualität erreichen", sagte er dem SWR Studio Heilbronn bereits am Samstagvormittag.

Auswirkungen der Cyber-Attacke noch nicht völlig klar

Der finanzielle Schaden, den die Zeitung durch den Angriff davontragen wird, sei noch nicht genauer absehbar. Der Chefredakteur spricht von "gravierenden Auswirkungen", die das Medienunternehmen "noch eine Weile lang" beschäftigen werden.

Bereits am Freitag war bekannt geworden, dass es ein Bekennerschreiben gibt. Dieses sei der "Heilbronner Stimme" zugegangen. Daraus ergebe sich, dass es sich wohl um einen Erpressungsversuch handele, schrieb die Zeitung am Freitagabend auf ihrer Webseite. Nähere Forderungen seien bisher nicht bekannt, so Heer. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

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