Begrünte Fasade (Foto: SWR)

Mit "Sommerzone" und Leichtbeton

Heilbronn will Dürre und Hitze im Klimawandel trotzen

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Mit mehr Grün und modernen Baustoffen will sich die Stadt Heilbronn dem Klimawandel anpassen. Erste Projekte gibt es schon. Sie sollen helfen, die Umgebungstemperatur zu senken.

Mal ausruhen in der "Sommerzone" - dort wo sonst Autos parken, ist ein Aufenthaltsbereich entstanden. Mit Biertischen und Bänken unter Bäumen, ein Sprühnebel sorgt für Abkühlung. Ein Pavillon mit Bücherregalen lädt zum Schmökern ein.

Oliver Toellner vom Heilbronner Grünflächenamt hat die Idee mitentwickelt.

"Wir haben beispielhaft die Turmstraße auf der einen Seite hier freigemacht, um erst mal einen Denkraum zu öffnen. Er ist möbliert mit Sitzmöglichkeiten, mit Nebeldüsen, mit einer Lounge. Und die "Sommerzone", ein Begriff wie Fußgängerzone, aber im Sommer soll die Menschen anregen, darüber nachzudenken: Was kann man in diesem Freiraum denn noch machen in der Stadt? Wie kann man ihn nutzen.“

Sommerzone in Heilbronn (Foto: SWR)
Oliver Toellner genießt die Sommerzone.

Die Bundesgartenschau war die Ideenschmiede

Die Bundesgartenschau 2019 war die Ideenschmiede, so Toellner weiter. Holz hinter der Alufassade, damit hat das Hochhaus SKAIO den Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewonnen. Und der Wein an der Hausfassade von Architekt Franz-Josef Mattes ist inzwischen mehr als sechs Meter hoch. Die Betonwand soll er beschatten. Wobei Mattes betont: Es handelt sich nicht um irgendeinen Beton.

"Dieser Baustoff hier, der ist einfach leicht. Das sind die Lufteinschlüsse, die den Beton so machen, dass wir keine Dämmung brauchen. Und das trägt mit dazu bei, dass wir ein Raumklima haben, das auch in diesen Tagen noch erträglich ist."

Klimabeete und Klimawald

Und auch bei den Grünflächen denkt man bei der Heilbronner Stadtverwaltung um. Statt auf den sogenannten Wechselflor für Frühjahr, Sommer und Herbst pflanzt das Grünflächenamt jetzt vermehrt Stauden, die Hitze, Trockenheit und Kälte vertragen in sogenannte Klimabeete.

Klimabeet in Heilbronn (Foto: SWR)
Stauden in Klimabeeten kommen mit der Hitze gut zurecht.

Auf dem Veranstaltungsgelände Theresienwiese ist ein sogenanntes Klimawäldchen entstanden. Messungen belegen, dass es in dem Klimawäldchen bis zu elf Grad kühler sei, als in der Umgebung, so der Grünflächenamtsleiter.

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