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Der Heilbronner Polizei ist ein großer Schlag gegen einen Drogenring gelungen. Die Kriminellen sollen seit Oktober 2019 2,6 Tonnen Marihuana und etwa 30 Kilogramm Kokain gehandelt haben.

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Beamte des Heilbronner Polizeipräsidiums haben innerhalb eines halben Jahres einen Drogenring hinter Gitter gebracht. Das hat Polizeipräsident Hans Becker am Donnerstagnachmittag mitgeteilt. Mehrere Tonnen Betäubungsmittel soll der Drogenring im Raum Heilbronn, in Stuttgart und Karlsruhe an- und verkauft haben. Die Ermittlungen waren teilweise filmreif, heißt es.

Polizei, Drogenfund (Foto: Polizeipräsidium Heilbronn)
Polizei stellt Drogen, Waffen und Bargeld sicher Polizeipräsidium Heilbronn

Zufallsfund bringt Fall ins Rollen

Der Fall beginnt für die Polizei im Januar in Güglingen-Frauenzimmern (Kreis Heilbronn). Mehrere maskierte Männer versuchten den Angaben nach, dort erfolglos in ein Einfamilienhaus einzudringen. Was sie dort wollten, wurde den Polizeibeamten später bewusst: In einer Wohnung im Obergeschoss stellten die Beamten über 70 Kilogramm Marihuana und 260 Gramm Kokain sicher. Die Wohnung wurde wohl als Drogen-Umschlagplatz genutzt.

Polizei nimmt Spuren auf

Im Laufe der weiteren Ermittlungen machten die Beamten eine Hütte auf einem Gartengrundstück in Heilbronn-Sontheim ausfindig. Die Hütte wurde observiert. Im Mai beobachteten die Beamten dann wohl eine Drogenlieferung und griffen zu. Sechs anwesende Personen wurden im Laufe der Ermittlungen, teilweise nach kurzer Flucht, festgenommen.

Einer der Verdächtigen versuchte, mit dem Auto zu flüchten und fuhr dabei quer durch mehrere Gärten, heißt es von der Polizei. Erst ein Apfelbaum stoppte den Flüchtigen. In der Gartenhütte fanden die Ermittler mehrere Kilogramm Marihuana, Waffen und fast 30.000 Euro in Bar. Anschließend wurden die Wohnungen der Tatverdächtigen durchsucht und nochmal 20.000 Euro gefunden.

Das Gebäude des Polizeipräsidiums Heilbronn (Foto: SWR, Jürgen Härpfer)
Heilbronner Polizeipräsidium Jürgen Härpfer

Ermittlungsgruppe "Tornado" eingerichtet

Im Juli wurde die Ermittlungsgruppe "Tornado" bei der Kriminalpolizei Heilbronn eingerichtet. Mit weiteren Strafverfolgungsbehörden konnte auch die Kommunikation der Bande abgegriffen werden. Dadurch wurden auch die Strukturen deutlicher. Das Marihuana kam wohl Kiloweise aus Spanien, das Kokain haben die Drogenbosse an der deutsch-niederländischen Grenze besorgt. Mit den Ermittlungsergebnissen konnten im Juli weitere Mitglieder und mutmaßliche Bandenköpfe festgenommen werden. Gefunden wurden auch große Rauschgiftmengen und mehrere illegale Schusswaffen.

Polizei vermutet deutlich größere Aktivitäten

Die Polizei geht davon aus, dass die Waffen auch zum Einsatz gekommen sind. Die Kriminellen waren wohl äußerst skrupellos, ein versuchtes Tötungsdelikt kann in dem Zusammenhang möglicherweise aufgeklärt werden. Sichergestellt wurden über 100 Kilogramm Marihuana, Etwa 750 Gramm Kokain. Die Polizei ist sich jedoch sicher, dass der Ring seit Oktober 2019 mindestens 2,6 Tonnen Marihuana und etwa 30 Kilogramm Kokain an- und verkauft hat. Insgesamt wurden 360.000 Euro in Bar gefunden. Für 31 Personen zwischen 21 und 62 Jahren wurden Haftbefehle ausgestellt, 28 davon sitzen in Haft.

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