Buntes Eis in einer Auslage einer Eisdiele. Ein Verkäufer füllt gerade eine Waffel mit mehreren Kugeln. In einer Eisdiele in Ulm haben die Mitarbeiter an heißen Tagen viel zu tun. Nicht unbedingt ein Traumjob in der Hitze

Durchwachsene Bilanzen in Heilbronn

Sommerwetter freut Gastronomie - für Eisdielen aber fast zu spät

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Peter Wedig
Peter Wedig

Viele Leute haben bei dem warmen Wetter vor allem eins nachgeholt: Eis essen. Doch das wird den Jahresumsatz der Eisdielen nicht retten, die Vormonate waren einfach zu schlecht.

Nach dem teils durchwachsenen Start in den Sommer gehen die Menschen in Heilbronn-Franken bei schönem Wetter endlich wieder nach draußen und genießen die Sonnenstrahlen. Gut für die Gastronomie, Eisdielen aber haben dennoch das Nachsehen: Die Vormonate waren einfach zu verregnet und kalt, um den erhofften Jahresumsatz noch zu erzielen. Das berichtet zum Beispiel Isabella Schmidt, Inhaberin einer Heilbronner Eisdiele. Dennoch: Die Leute zieht es nach draußen. So sei zu Wochenbeginn definitiv mehr los gewesen, als sonst an solchen Sommertagen üblich. Aber die Einbußen von April und Mai werde das nicht komplett ausgleichen können, berichtet Schmidt.

Das bestätigt auch Santina Vogel, Geschäftsführerin einer Eisdiele am Heilbronner Marktplatz. Sobald die Temperaturen steigen, laufen die Geschäfte gut, auch wenn aktuell nebenan der Presslufthammer dröhnt. Nichtsdestotrotz, selbst wenn es jetzt sechs Wochen lang Sonnenschein gibt, das würde nicht ausreichen, um die Verluste durch das nasse Frühjahr auszugleichen. Dennoch blicke sie optimistisch auf die kommenden Monate. Trotzdem werde es zumindest nicht so ein Jahr, wie man es sich als Gastronomin eben wünscht.

Immerhin: Dass die Leute beim Geldausgeben zurückhaltender seien, habe sie bisher nicht beobachtet, sagt Isabella Schmidt. Sie hofft jetzt, dass das Wetter beständig bleibt - dann würde sie auch die Öffnungszeiten in den Abend verlängern. Das lohne sich bisher einfach nicht.

Bars und Cafes haben es einfacher

Der Heilbronner Barchef Stefan Glück sieht die Lage entspannter. Aber auch bei ihm laufen die Geschäfte bei gutem Wetter besser. Mittags gibt es weniger Kaffee und dafür mehr Aperol Spritz. Abends sitzen die Gäste länger draußen. Weil er aber auch Sitzplätze in seiner Bar hat, sei er weniger abhängig vom Wetter. Dennoch hofft auch er, dass durch schönes Wetter mehr Menschen in die Stadt gelockt werden.

Die Heilbronner Innenstadt an einem ersten schönen Sommertage.
Hört man sich in Heilbronn um, dann greifen die Besucherinnen und Besucher besonders gerne zum Aperol Spritz.

So ist es auch aktuell: Deutlich mehr Menschen sind in Heilbronn unterwegs. Das merkt auch Andreas Bellem im nahegelegenen Kaffeehaus. Besonders das Frühstücksgeschäft zieht dadurch an. Dennoch, auch bei ihm gilt: Die Regentage waren kein Problem, das seien dann eben klassische Kaffee- und Kuchentage.

Gute Laune, abends länger bleiben

"Uccio", Geschäftsführer eines italienischen Feinkostladens, stellt vor allem fest: Bei schönem Wetter haben die Leute einfach bessere Laune. Die EM-Begeisterung tue da ihr übriges. Und als "radikal aufgestiegen" beschreibt Junior-Chef Benjamin Acar das Geschäft, seitdem es schöner und wärmer geworden ist. Die Leute kamen zwar auch davor, aber jetzt, aber wenn man draußen sitzen kann, bleiben sie auch länger.

Was jetzt wohl die meisten Gastronomen und Gastronominnen hoffen: Eine Hitzewelle sollte es aber nicht geben, denn dann bleiben die Leute wieder zuhause.

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