Über Umwege wurde die Heilbronner Feuerwehr über einen Brand informiert und musste den Brandort ohne genaue Adressangabe suchen (Foto: SWR)

Video des Brandes über WhatsApp erhalten

Brandmeldung ohne Adresse: Heilbronner Feuerwehr muss Feuer suchen

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Die Heilbronner Feuerwehr ist am Dienstagabend wegen eines Küchenbrandes alarmiert worden. Gemeldet war jedoch nur die Straße ohne genaue Adresse.

Über einige Umwege ist die Feuerwehr über einen Brand in einer Heilbronner Dachwohnung informiert worden: Ein Zeuge hatte ein Video vom Brand gemacht, dieses schickte er per WhatsApp an einen Bekannten weiter und dieser wiederum alarmierte die Feuerwehr - ohne allerdings die genaue Adresse des Brandgeschehens zu kennen, bekannt war nur der Straßenname.

Auf der Suche nach dem Brand: Feuerwehr fährt Straße ab

"Deswegen war zunächst auch die Hausnummer nicht bekannt. Wir haben dann aber die Einsatzstelle sehr schnell gefunden und (...) festgestellt, dass es in einem Wohngebäude (...) in einer Küche zu einem Brand gekommen ist."

Über Umwege wurde die Heilbronner Feuerwehr über einen Brand informiert und musste den Brandort ohne genaue Adressangabe suchen (Foto: SWR)
Über Umwege wurde die Heilbronner Feuerwehr über einen Brand informiert und musste den Brandort ohne genaue Adressangabe suchen.

Um einen klassischen "Gaffer"-Fall handele es sich aber nicht, so Jürgen Vogt von der Heilbronner Feuerwehr. Der Zeuge, der das Feuer gefilmt habe, könne wohl nicht gut deutsch sprechen und habe deswegen einen Bekannten gebeten, die Feuerwehr anzurufen.

Video herunterladen (11 MB | MP4)

Das Feuer in dem dreistöckigen Wohnhaus konnte schnell gelöscht werden, so Fabian Müller. Ersten Ermittlungen zufolge hatte Öl beim Kochen Feuer gefangen. Der Bewohner erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung, der Schaden wird auf 20.000 Euro geschätzt.

Sonnenuntergang für Flammen gehalten - ungewöhnliche Brandmeldungen

Kuriose oder ungewöhnliche Brandmeldungen gebe es immer wieder, so Vogt. Beispielsweise riefen immer wieder Menschen von der Autobahn aus an, sie hätten eine Rauchsäule gesehen. Die Feuerwehr wird solchen Meldungen immer nachgehen, - "ganz egal, was am Ende dabei rauskommt", so Vogt. Im Fall der Autobahnanrufer sei von Flächenbränden bis hin zu kontrollierten Lagerfeuern schon alles dabei gewesen.

"Ein Mann hat uns auch mal von seinem Balkon aus zu einem vermeintlichen Brand gelotst, weil er unser Blaulicht gesehen hat. Am Ende war es ein oranger Scheinwerfer, der eine Hecke angestrahlt hat. Aber man muss eben immer raus."

Was laut Vogt auch immer mal wieder vorkommt: Es wird ein Brand im Heilbronner Rosenberg-Hochhaus gemeldet. Seiner Erfahrung nach stehen die entsprechenden Anrufer aber einfach an einer "ungünstigen" Stelle. Der Sonnenuntergang in Kombination mit Rauchsäulen des EnBW-Kraftwerks, das sich direkt hinter dem Hochhaus befindet, erzeugten oftmals die Illusion eines Brandes, erklärt er.

Notruf richtig absetzen

Bei einem Notruf werden alle wichtigen Fragen von geschultem Personal gestellt, so Jürgen Vogt. In der Regel sind dies folgende W-Fragen:

  • Wo ist es passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletze gibt es und welche Verletzungen liegen vor?
  • Wer meldet den Notfall?

Bevor ein Notruf abgesetzt wird, sollte sich der Anrufer zunächst selbst in Sicherheit bringen. Nach dem Notruf könne man dann auch Erste Hilfe leisten.

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