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Der Rückbau von Sirenen hat im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands zu Kritik geführt. Heilbronn setzt derweil auf den Ausbau des Sirenen-Netzes.

1992 hat der Bund die Verantwortlichkeit für das Sirenen-Netz an Städte und Kommunen übergeben. Nicht alle hätten das Warnsystem übernommen, teilweise wurde es zurückgebaut, so Claudia Küpper, die stellvertretende Pressesprecherin der Stadt.

Aufgrund des Rückbaus mancherorts, wurde nun im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands zu Kritik laut.

95 Prozent des Stadtgebiets abgedeckt

In Heilbronn hat man damals alle 64 Sirenen übernommen, von denen 18 defekt waren. Man habe aber auch entschieden, die Sirenen als wichtigen Teil des Katastrophenschutzes eben nicht zurück-, sondern weiter auszubauen.

Mit inzwischen 91 funktionierenden Sirenen könne man nun 95 Prozent des Stadtgebiets erreichen, so Küpper weiter. Es werde aber auch jetzt stetig am Ausbau gearbeitet und geprüft, welche Gebiete eben noch nicht erreicht werden können. Die Sirenen werden auch regelmäßig getestet, zuletzt beim bundesweiten Warntag vergangenen September.

Sirenen alleine reichen aber nicht aus

Allerdings geben Stadtverwaltung und auch der Heilbronner Katastrophenschutz zu bedenken, dass die Sirenen alleine nicht ausreichen, um die Bevölkerung im Katastrophenfall ausreichend zu informieren.

Wenn das Signal ertönt, heißt das nämlich: Schutz suchen, Radio anschalten. Dabei bedeutet Schutz zu suchen, sich in einen sicheren, geschlossenen Raum zu begeben oder Fenster und Türen zu schließen. Radio anschalten steht inzwischen als Synonym dafür, sich über das Radio, das Fernsehen oder im Internet zu informieren, was los ist und was man tun sollte.

Landkreis Heilbronn weiterhin unzufrieden

Während die Stadt Heilbronn laut Claudia Küpper gut gerüstet ist, sieht Kreisbrandmeister Bernd Halter die Situation im Landkreis als nicht optimal an. Positiv bewertet er, dass im Kreis Heilbronn alle Kommunen die Sirenen übernommen und nicht zurückgebaut hätten.

Die Sirenen erreichten allerdings längst nicht alle Teile der Bevölkerung, hier müsse dringend nachgebessert werden, so Halter. Auch der nationale Warntag am 10. September letzten Jahres sei vielerorts ernüchternd verlaufen.

Im Heilbronner Stadtgebiet lief dieser auch nicht ganz reibungslos. Zum Beispiel hätten einige Sirenen nicht ausgelöst, so Uwe Pfeiffer, der Leiter des Katastrophenschutzes in Heilbronn. Diese seien aber nachgebessert worden.

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