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Zwei ganz normale Einätze des Heilbronner Polizeihubschraubers haben bei Facebook zu einem Shitstorm geführt. Einige User vermuten eine "Jagd auf Corona-Sünder" oder die Kontrolle der Ausgangssperre

Polizeihubschrauber (Foto: Polizeipräsidium Heilbronn)
Polizeipräsidium Heilbronn

Das Polizeipräsidium Heilbronn überwachte aber keineswegs die Corona-Verordnung aus der Luft, sondern suchte nach vermissten Personen. Nun gehen die Beamten in die Offensive.

Ein Polizeihubschrauber kreist über Heilbronn - das passiert immer mal wieder. Die Beamten suchten in der Nacht von Sonntag auf Montag gleich zweimal nach vermissten Personen und hielten die Bevölkerung bei Facebook über die Einsätze auf dem Laufenden. Doch diesmal überschlugen sich die Kommentare: "Die Welt geht halb zu Ende und ihr macht einen Rundflug", heißt es da etwa. Oder: "Na dann kann die Jagd auf die Corona-Sünder ja beginnen." Ein User wird noch deutlicher: "Erst einen nicht rauslassen und dann die ganze Nacht wach halten, super Plan…"

Facebookpost zu den Beschwerden über den Polizeihubscharuber (Foto: Facebookseite der Polizei Heilbronn)
Facebookseite der Polizei Heilbronn

Polizei ist von Reaktionen überrascht

Vesna Pitters ist bei der Heilbronner Polizei für Social Media zuständig. Hubschraubereinsätze, auch nachts, seien ganz normal. Ebenso wie die Aufklärung darüber in den sozialen Medien. Von den scharfen Reaktionen diesmal sei sie überrascht.

"Wir haben auch diese Posts schon seit langem, um die Menschen auf dem Laufenden zu halten. Solche Kommentare gab es allerdings noch nie."

Vesna Pitters, Polizeipräsidium Heilbronn

#Polizeihubschrauber #Unmut #Spekulationen

In den letzten Tagen haben die #Einsatzflüge unseres Polizeihubschraubers...Posted by Polizei Heilbronn on Tuesday, January 12, 2021

Liegen die Nerven bei den Menschen wegen der Ausgangssperre blank? Bislang habe die Polizei im direkten Bürgerkontakt nicht den Eindruck gehabt, sagt Pitters. "Allerdings ist der Bereich der sozialen Medien eben doch noch einmal ein Ort, an dem sich die laute Minderheit aufregt und den Eindruck erweckt, sie sei die Mehrheit."

Offensiver Post als Gegenreaktion

Darum habe sich die Polizei diesmal auch entschieden, in die Offensive zu gehen. Auf Facebook gibt es einen neuen Post, in dem die Polizei auf die Vorwürfe reagiert. Etwa auf den, die Beamten hätten noch Benzingeld aus 2020 übrig gehabt und veranstalte jetzt nächtliche Rundflüge.

"Denjenigen, die solche Kommentare schreiben, muss klar werden, wo sie das tun. Nämlich immer noch auf einer Seite der Polizei", sagt Vesna Pitters. Die Reaktionen auf den neuen Post seien bisher aber überwiegend positiv gewesen.

Vermisste sind wiederaufgetaucht

Und noch eine gute Nachricht gibt es: Beide vermissten Personen sind wiederaufgetaucht. Der nächtliche Hubschraubereinsatz hat sich also gelohnt.

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