Die Heilbronner Kunstuhr am Rathaus. Thema Homeoffice in Kommunen. (Foto: SWR)

Stadt reagiert auf bundesweite Verordnung

Heilbronn: Weitreichende Energiesparmaßnahmen beschlossen

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Der Heilbronner Gemeinderat hat auf die bundesweite Energiesparverordnung reagiert und am Donnerstag mit großer Mehrheit weitreichende Einsparmaßnahmen beschlossen.

Der Heilbronner Gemeinderat bestätigte am Donnerstagnachmittag eine Beschlussvorlage, die Maßnahmen für viele öffentliche Einrichtungen vorsieht. Die Maßnahmen sind dabei in vier Phasen eingeteilt: Von direkt umsetzbaren Maßnahmen, etwa die Absenkung der Raumtemperatur in öffentlichen Gebäuden, über Maßnahmen, die mit Beginn der intensiven Heizperiode wirksam werden sollen, bis hin zu mittelfristigen Maßnahmen, wie die Beschleunigung der Umrüstung auf LED. Eine mögliche vierte Phase, das "Katastrophenszenario", welche extreme wirtschaftliche und rechtliche Folgen hätte, soll erst einmal noch nicht im Fokus stehen. Die Stadt will bei Bedarf aber einen Krisenstab einrichten.

Schulen: Raumtemperatur auf 20 Grad

In Schulen soll die Raumtemperatur auf 20 Grad gesenkt werden, das ist ein Grad höher als ursprünglich vorgesehen und entspricht der Empfehlung der Landesregierung. In Härtefällen soll aber das Heizen auch schon vor dem 1. Oktober möglich sein. Damit reagiert die Stadt auf die aktuell schon sehr kühlen Temperaturen. Außerdem soll der Betrieb an Schulen in den Herbst- und Winterferien heruntergefahren werden, etwa, indem die Heizungen auf Frostschutz gestellt werden.

Baubürgermeister Ringle: Maßnahmen lassen Beinfreiheit

Heilbronns Baubürgermeister Andreas Ringle (Grüne) begrüßte den Beschluss des Gemeinderats. Er lasse der Verwaltung die "Beinfreiheit", individuell zu reagieren, etwa durch die möglichen Ausnahmen für Schulen.

"Wir haben ältere Gebäude, die dicke Wände haben und die Wärme noch länger halten. Da friert man jetzt noch nicht so. Aber es gibt zum Beispiel auch 60er-Jahre-Gebäude, die keine so gute Bausubstanz haben. Da merkt man jetzt schon morgens in der Schule, dass es sehr, sehr kalt ist."

Raumtemperatur in öffentlichen Gebäuden bei 19 Grad, Sauna und Whirlpool dicht

In öffentlichen Gebäuden soll in Heilbronn die Raumtemperatur auf 19 Grad gesenkt werden. Außerdem will die Stadt Whirpool und Sauna im Freizeitbad Soleo den ganzen Winter über schließen. Die Fraktion der Linken scheiterte mit einem Antrag, die Sauna an Wochenenden mit Hinweis auf die Vorbeugung von Krankheiten zu öffnen. Nach Angaben der Stadtwerke würde es ökonomisch keinen Sinn machen, die Sauna für bestimmte Tage wieder hochzufahren.

Streitpunkt: Kalt oder warm duschen?

Diskutiert wurde auch die Frage, ob Duschen in öffentlichen Sportstätten mit kalten oder warmen Wasser betrieben werden sollen. Der Beschluss sieht einen Kompromiss vor: In größeren Sportstätten wie der Mörikehalle oder dem Frankenstadion, die für Turniere genutzt werden, bleiben die Duschen warm. Außerdem soll die Richttemperatur von 17 Grad bei Veranstaltungen im Zweifel erhöht werden dürfen.

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