Das Logo eines Lidl-Supermarktes (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Missbrauch zu Rauschzwecken nicht möglich

Hanfprodukte verkauft: Ermittlungen gegen Lidl eingestellt

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Das Rauschmittel THC war in Lebensmitteln von Lidl nicht nachweisbar: Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat das Ermittlungsverfahren gegen den Discounter eingestellt.

Wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, gibt es keine weiteren Ermittlungen gegen den Discounter Lidl mit Sitz in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) wegen des Verkaufs von hanfhaltigen Lebensmitteln. In entsprechenden Produkten konnten die Ermittler entweder keinen THC-Gehalt nachweisen, er sei nicht bestimmbar gewesen oder habe unter dem Grenzwert gelegen, heißt es.

Rund 20 verschiedene Hanfprodukte zum Verkauf

Lidl hatte im Sommer 2021 kurzzeitig in mehreren Filialen rund 20 verschiedene Hanfprodukte zum Kauf angeboten. Auf anfängliche Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft folgte ein Rückruf: Der Discounter rief Gebäck, Tee, einen Proteinriegel und Öl zurück, weil seinen früheren Angaben zufolge in allen Lebensmitteln ein erhöhter Gehalt von THC festgestellt wurde. Tetrahydrocannabinol (THC) ist der hauptsächlich rauschbewirkende Bestandteil der Hanfpflanze.

Das Verfahren wurde im August eingestellt, weil sich der Verdacht des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln nicht bestätigt habe, teilte die Staatsanwaltschaft erst jetzt mit.

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