Handwerker-Gottesdienst in Erlenbach (Foto: Martin Riedle)

Karosseriefachbetrieb in Erlenbach wird zur Kirche

Handwerkergottesdienst: Wunsch nach mehr Wertschätzung und Entlastung

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Alexander Dambach

Bei einem großen Handwerkergottesdienst in Erlenbach (Kreis Heilbronn) sind am Sonntag die Sorgen und Nöte der Betriebe zur Sprache gekommen.

Der Gottesdienst mit über 70 Teilnehmern fand im Karosseriefachbetrieb von Martin Riedle statt. Er wünscht sich für das Handwerk vor allem mehr Wertschätzung und dringend eine finanzielle Entlastung.

"Das größte Problem sind aktuell die Energiekosten. Beim Gas werden fürchterliche Preise momentan aufgerufen. Das geht eigentlich nicht mehr."

Großbetriebe und die Industrie würden von der Politik unterstützt, gestützt in alle Richtungen. Kleinbetriebe und mittelständische Betriebe würden mehr oder weniger vergessen, sagt Riedle.

Das Handwerk (Foto: SWR, Judith Bühler)
Werbekampagne des Handwerks. Judith Bühler

Wenn diese kleinen Firmen schließen, seien oft zwischen fünf und 15 Mitarbeiter betroffen, die seien dann halt einfach arbeitslos. Das könne eigentlich nicht Sinn und Zweck der Sache sein, so der Karosseriebaumeister.

"Die Stimmung ist gerade allgemein negativ."

Probleme offen ansprechen und miteinander in die Diskussion kommen, das ist Pfarrer Jürgen Stauffert aus Erlenbach sehr wichtig. Er hat den Handwerkergottesdienst geleitet, den es seit einigen Jahren gibt, der in der Coronazeit aber ausgefallen war.

"Es ist ganz wichtig, dass die Sorgen zur Sprache gebracht werden. Das öffnet dann auch Gespräche."

Er stelle sich als Pfarrer natürlich die Frage, welche Aufgabe die Kirche gerade in diesen schwierigen Zeiten mit Inflation, Krieg und Flüchtlingen habe. Es gehe ihm auch darum, Mut zu machen.

Wünsche an Politik

Bei dem Handwerkergottesdienst konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Anliegen und Wünsche schriftlich auf Zetteln festhalten. Diese sollen an Politiker weitergeleitet werden.

"Was sich die Handwerkerinnen und Handwerker vor allem wünschen ist Respekt für ihre Arbeit, die sie leisten."

Die Arbeit von Handwerkern komme in den Medien oft "nicht so spektakulär" herüber, wie die von großen Unternehmen, die Werbeagenturen beauftragen könnten, so Stauffert. Mit dem Gottesdienst will er auch bewusst den Fokus auf die Handwerksbetriebe lenken.

Besondere Atmosphäre

Der Altar bei dem Gottesdienst wurde von Maurern gebaut, das Holzkreuz von einem Schreiner, der Blumenschmuck von einem Gärtner. Nach dem Gottesdienst gab es in der Firmenhalle etwas zu essen und Zeit, sich auszutauschen. Der Handwerkergottesdienst soll auch 2023 wieder stattfinden.

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