Wegen Rissen in Rohren - Atomkraftgegner fordern Abschaltung

Letzte Revision vor Abschaltung im Kernkraftwerk Neckarwestheim läuft

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Im Kernkraftwerk Neckarwestheim ist am Samstag Block II zur jährlichen Revision vom Netz gegangen. Es ist die letzte vor der gesetzlich festgelegten Abschaltung Ende 2022.

Damit läuft derzeit die Sicherheitsüberprüfung zum letzten Mal im Kernkraftwerk Neckarwestheim (Kreis Heilbronn). Ende des Jahres soll es endgültig stillgelegt werden. Unter anderem werden Überprüfungen an Turbinen, Generatoren und auch an rund 16.400 Heizrohren der Dampferzeuger durchgeführt, heißt es in einer Mitteilung der Betreibergesellschaft Energie Baden-Württemberg (EnBW).

EnBW: AKW-Heizrohre seien dicht

An den Rohren wurden in der Vergangenheit immer wieder in Risse in den Oberflächen festgestellt. Laut EnBW hätten die Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre allerdings bestätigt, dass eingeleitete Maßnahmen wirksam seien und an der Dichtheit der Heizrohre kein Zweifel bestehe.

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Entscheidung ist unanfechtbar Eilantrag abgelehnt: Atomkraftwerk Neckarwestheim bleibt am Netz

Atomkraftgegner kritisierten die Entscheidung. Sie verwiesen auf mögliche Gefahren durch Risse in Rohren der Kühlanlage des Atomkraftwerks.  mehr...

Atomkraftgegner fordern aufgrund der Risse, den Block nach der Revision nicht wieder ans Netz zu nehmen und direkt abzuschalten. Anfang Mai lehnte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim einen Eilantrag von Atomkraftgegnern ab, die den Betrieb wegen angeblicher Gefahren durch Risse an Rohren untersagen lassen wollten. Die Voraussetzungen für eine Anordnung zur sofortigen Stilllegung des Atommeilers seien nicht erfüllt, teilte das Gericht damals mit.

Russland-Ukraine-Krieg: Debatte um längere Laufzeiten von Atomkraftwerken

Erst vor Kurzem, im Zuge des Russland-Ukraine-Kriegs, war eine neuerliche Debatte um längere Laufzeiten von Atomkraftwerken und damit auch die Abschaltung des Kernkraftwerks Neckarwestheim entbrannt. Die Abhängigkeit von Energie aus dem Ausland ist derzeit bewusster denn je. So wäre für den Nuklearexperten Thomas Walter Tromm vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und sein Forschungsteam der Weiterbetrieb der drei noch laufenden Kernkraftwerke in Deutschland - und sei es nur für ein paar Jahre - eine logische Konsequenz. So könne man zum Beispiel von russischen Gaslieferungen unabhängig werden.

Neugierige Besucher in Neckarwestheim im Bau des Standortabfalllagers  (Foto: Pressestelle, EnBW Kernkraft GmbH)
Besucher im AKW Neckarwestheim schauen sich das Standortabfalllager, ein Produkt des Rückbaus, an (Archivbild) Pressestelle EnBW Kernkraft GmbH

"Alleine Neckarwestheim II als einer der drei Blöcke, die noch in Betrieb sind, hat 2021 11 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Das entspricht etwa einer Milliarde Kubikmeter Gas. Das ist schon eine Menge, das muss man abwägen."

Die Entscheidung fiel dennoch gegen eine Verlängerung der Laufzeiten aus: Ende dieses Jahres werden die letzten drei Reaktoren in Deutschland vom Netz gehen. Abgeschaltet werden dann Isar 2, Emsland und auch für Neckarwestheim II ist dann endgültig Schluss. Die EnBW geht davon aus, dass dann im kommenden Jahr, also 2023, mit dem Rückbau begonnen werden kann.

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