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Der Künzelsauer Astronaut hatte bei seiner Reise ins Weltall im Jahr 2018 so einiges im Gepäck - unter anderem eine Wildblumenmischung. Die wurde nun von Kindern eingepflanzt.

Die Felder feinsäuberlich abgesteckt, die Kannen mit Gieswasser gut gefüllt - alles war bestens vorbereitet für den großen Moment: Am Montagmorgen durften die Künzelsauer Fünftklässlerinnen und Fünftklässler der Georg-Wagner-Verbundschule bei schönstem Sommerwetter ein paar ganz besondere Blumensamen einsäen. Es war eine Brise der Wildblumensamen, die bereits eine Reise ins All hinter sich hatten. Der Künzelsauer Astronaut Alexander Gerst hatte die Samenmischung bei seiner letzten Mission mit im Gepäck.

Wie entwicklen sich die Blumensamen aus dem All?

Für die Jungen und Mädchen kein alltäglicher Schultermin. Immerhin gab es ein Medienaufgebot vor Ort. Zudem war eine kleine Delegation nach Künzelsau, die Heimatstadt von "Astro-Alex", gereist, unter anderem ein Vertreter aus der Luft- und Raumfahrt: Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und ESA-Delegierter (European Space Agency). Er leitete die beiden Missionen Alexander Gersts. Ernst Rieger von der Firma Rieger-Hofmann aus Blaufelden (Kreis Schwäbisch Hall) hatte die Wildblumensamen-Mischung für die Mission gespendet.

Unter den Augen der Neugierigen brachten die jungen Naturforscher dann die Wildblumensamen von Astronaut Gerst in die Erde. Samt einer Vergleichsmischung. Von jetzt an wird wöchentlich beobachtet und protokolliert.

Schüler säen Pflanzensamen, die an Bord der ISS waren, in einem Beet in Künzelsau. (Foto: SWR)
Künzelsauer Schüler säen die Pflanzensamen, die mit Alexander Gerst an Bord der ISS waren

Das Ganze hat einen wissenschaftlichen Hintergrund: Für die Schülerinnen und Schüler der Georg-Wagner-Verbundschule stehen Wildblumen sowieso derzeit auf dem Lehrplan. Die Fragen sind: Wie werden sich die Künzelsauer Blumenbeete mit den Space-Seeds entwickeln? Haben die Samen die Mission überhaupt überstanden?

Grundschüler sollen für Wissenschaft begeistert werden

Organisiert wird das derzeit schon laufende bundesweite Wissenschaftsprojekt für Grundschülerinnen und -schüler - die Forschenden von Morgen - vom DLR. "Seither haben sich über 400 Schulen aus ganz Deutschland das Experimentier- Set mit Blumensamen aus dem All, einer Vergleichsprobe sowie Begleitmaterial für den Unterricht gesichert", heißt es von Rieger-Hofmann.

Alexander Gerst (Foto: Pressestelle, Stadt Künzelsau)
Alexander Gerst in der ISS mit den verpackten Samen Pressestelle Stadt Künzelsau

Der Künzelsauer Alexander Gerst hatte dafür rund zwei Kilogramm Schmetterlings- und Wildbienensamen der Rieger-Hofmann GmbH während seiner Mission "Horizons" mit an Bord der Internationalen Raumstation ISS.

Jetzt sollen Grundschulen überall in der Republik experimentieren und entdecken - und zudem für die Wissenschaft begeistert werden. Vom Samen-Hersteller gibt es nun in Künzelsau zudem eine Vergleichsmischung.

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