Rülke fordert Weiterbetrieb von GKN Neckarwestheim

Gas-Krise: IHK will Unternehmen bei Umstellung auf Öl unterstützen

STAND
AUTOR/IN
Jan Arnecke

Öl statt Gas? Bei einem Umstieg auf Öl will die IHK Heilbronn-Franken betroffenen Unternehmen helfen. Und FDP-Politiker Rülke fordert eine längere Laufzeit des GKN Neckarwestheim.

Die Gas-Krise beschäftigt Unternehmen aller Branchen. Auch die systemrelevante Lebensmittelindustrie ist davon betroffen und überprüft Einsparpotenziale.

aquaRömer könnte auf Öl umstellen

Auch beim Mainhardter Mineralbrunnenbetrieb aquaRömer (Kreis Schwäbisch Hall) schaut man mit Sorge in die Zukunft. Die Gaspreise steigen und das belaste natürlich auch aquaRömer. Allerdings könnte im Ernstfall ein Teil der Wärme in der Produktion durch Öl erzeugt werden, erklärt Geschäftsleiter Timo Balazsi.

Öl als Heizmittel stelle aber auch immer eine CO2-Belastung dar. Daher sei das wirklich nur als absolute Notfalllösung gedacht, so Balazsi weiter. Im Herbst und Winter, wenn die Außentemperaturen auch wieder fallen, sei allerdings die einfachste Lösung, um Gas einzusparen, die Raum- und Lagertemperaturen zu reduzieren.

IHK will bei Umstellung auf Öl helfen

Währenddessen fordert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Heilbronn-Franken schnellere Genehmigungen für die Umrüstung von Gas auf Öl in der Wirtschaft. Die Umstellung dürfe nicht an der Bürokratie scheitern. Schließlich gehe es um einen echten Energie-Notstand, da brauche es eine verlässliche Duldungsregelung, heißt es vom Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK)-Präsident Peter Adrian.

Unternehmen, die bei der Umstellung von Gas auf Öl Probleme haben, können sich bei der IHK melden. Die IHK in Heilbronn-Franken verzeichnet bereits vermehrt Anfrage zur Energiesicherheit und -versorgung. Einige Unternehmen haben bereits Geräte angeschafft, um im Notfall auch mit Öl die notwendige Prozesswärme zu erzeugen. Investiert hat beispielsweise der Maultaschenhersteller BÜRGER in Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall). Andere kümmern sich bereits um den Öl-Vorrat wie die Herbsthäuser Brauerei in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis).

Neckarwestheim II bis 2024 weiterbetreiben

Einen weiteren Lösungsvorschlag, wie man der Situation Herr werden könnte, macht der FDP-Landtagsfraktionsvorsitzende Hans Ulrich Rülke. Im SWR Sommergespräch am Dienstag forderte er eine Verlängerung der Laufzeit des Blocks zwei im Kernkraftwerk Neckarwestheim (Kreis Heilbronn).

"15 Prozent des Gases wird verstromt. Wenn wir beispielsweise die Kernkraftwerke […] bis Anfang 2024 laufen lassen, dann könnte man [dieses] Gas einsparen."

Dennoch betonte er, langfristig wolle auch die FDP eine 100-prozentige Energiewende, jetzt gehe es allerdings erst einmal um einen sogenannten "Streckbetrieb".

STAND
AUTOR/IN
Jan Arnecke