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Er ist seit einem dreiviertel Jahr ohne Perspektive: Ein Gärtnermeister aus Möckmühl ärgert sich über die Strategie der Politik und sagt, dass viele seiner Kollegen kurz vor der Insolvenz stehen.

Gärtnermeister Hermann Zürn aus Möckmühl (Kreis Heilbronn) steht in seinem Gewächshaus zwischen tausenden Frühlingsblühern: Narzissen, Hyazinthen und Tulpen stehen in den Startlöchern. Primeln und Stiefmütterchen strahlen in rosa, lila, gelb oder gleich bunt. Eigentlich müsste er sie jetzt alle verkaufen.

"Ich habe jetzt ein Zeitfenster von höchstens drei Wochen. In dieser Zeit muss der Frühlingsflor an den Mann, sonst habe ich ein großes finanzielles Problem."

Doch zurzeit kann er nur Bestellungen annehmen, abholen lassen und liefern. Blumen seien allerdings nichts, was man kurz im Internet bestelle. Oft hätten die Kunden nur eine Idee, zum Beispiel "fünf Blaue" kaufen zu wollen - gingen dann aber mit 20 ganz verschiedenen nach Hause. Er will nun versuchen, die Blumen direkt aus dem luftigen Gewächshaus zu verkaufen. Er hofft, die Kunden nehmen die gut zwei Kilometer Weg bis raus auf die Felder auf sich. Doch auch jetzt kann er nicht nachvollziehen, dass Lebensmittelhändler öffnen dürften, der Schuhhändler - oder Gärtner - mit mehr Platz aber nicht.

Nach dem Frühling droht die Insolvenz

Es ärgert ihn, dass er seit einem dreiviertel Jahr keine klaren Vorgaben von der Politik bekomme. So könne man kein Unternehmen führen. "Ich habe die Verantwortung für 13 Mitarbeitende und ihre Familien. Irgendwann geht die Luft aus und das geht jedem Unternehmer so." Er schätzt, wenn nach dem Frühling kein Geld komme, dass die meisten seiner Kollegen insolvent sein könnten.

Geranien, Fuchsien, Margeriten - vor acht Monaten hat Hermann Zürn sie schon bestellt und würde sie gerne als nächstes anpflanzen. Doch wohin, wenn er die Frühlingsware nicht aus seinen Gewächshäusern bekommt? Das kann ihm derzeit niemand sagen.

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