Pressekonferenz zum Weinbau in Beilstein (Foto: SWR)

Dürre macht Württemberger Winzern zu schaffen

Weinlese gestartet: Gute Qualität, weniger Ertrag

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Die Württemberger Winzer starten mit der Lese. Der heiße Sommer hat den Trauben sowohl zugesetzt, als auch gutgetan. Gegen die Dürre soll auch die Landespolitik helfen.

Die Württemberger Weinbauern beginnen in diesen Tagen mit der diesjährigen Lese. Der Präsident des Weinbauverbands Württemberg, Hermann Hohl, sagte auf der diesjährigen Pressekonferenz dem SWR, die Betriebe hätten einen sehr unterschiedlichen Eindruck von ihren Weinbergen. Einige Regionen hätten mit viel Ertragsverlusten durch Trockenheit zu kämpfen, darunter unter anderem das Weinsberger Tal und der Raum Heilbronn.

Bewässerung, wo möglich

Im Kampf gegen die Dürre werden vor allem junge Weinberge bewässert. Für künftige Weinberge werde generell eine Möglichkeit der Bewässerung in die Rebanlage mit eingebaut, so Hohl. Aber eine Beregnungseinrichtung nütze nichts, wenn nicht genügend Wasser zur Verfügung stehe. Hohl fordert deswegen, dass die Landesregierung eine Mehrgefahrenversicherung, die auch Dürre beinhaltet, staatlich fördert.

Keine Mittel für Dürreversicherung

Von Staatssekretärin Sabine Kurtz (CDU) gab es dazu am Donnerstag bereits eine Absage. Eine Mehrgefahrenversicherung könne man nicht auf den Wein- und Obstbau beschränken, das seien extreme Kosten, die bezahlt werden müssten. Das sehe sie derzeit nicht, auch Unterstützung vom Bund fehle. Sie setzt auf Prävention durch Bewässerungsanlagen für einzelne Betriebe und gemeinschaftliche Bewässerungsinfrastrukturen für Gemeinden und Genossenschaften, heißt es von ihr.

Staatssekretärin Sabine Kurtz lässt sich von der Qualität des Jahrgangs überzeugen.  (Foto: SWR)
Staatssekretärin Sabine Kurtz lässt sich von der Qualität des Jahrgangs überzeugen.

Die Inflation treffe die Betriebe auch hart, so Weinbauverband-Präsident Hohl. In der Verarbeitung und Produktion sind die Kosten um etwa 30 Prozent gestiegen. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher könnte das heißen: 10-15 Prozent teurere Weine in den Regalen.

Qualität statt Quantität

Die Weinqualität sei in diesem Jahr dafür herausragend, die starken Sonnenstrahlen hätten den Oechsle-Gehalt in der Beere gefördert. Dafür sei der Ertrag etwas zurückgegangen.

Das kann auch Joscha Dippon bestätigen. Er ist Inhaber des Schlossguts Hohenbeilstein (Kreis Heilbronn). Mit der Lese der Sorte Muscaris habe er schon am 1. September begonnen. Durch die Trockenheit sei die Reife der Trauben sehr ungleich - seit drei Monaten habe es nie mehr als zwei bis drei Liter Regen gegeben. Der Jahrgang 2022 sei vergleichbar mit dem Jahr 2018. Er erwartet kräftige Weißweine und sensationelle Rotweine.

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