Ein Mikrofon steht in einem Theater vor einem roten Vorhang. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Britta Pedersen)

Durchwachsene Zwischenbilanz

Besucherzahlen in Freilichttheatern teils hinter Erwartungen

STAND

Vor allem kleinere Freilichttheater in Heilbronn-Franken ziehen eine verhaltene Zwischenbilanz der bisherigen Saison. Die Besucherzahlen liegen teils hinter den Erwartungen.

Von den Burgfestspielen Stettenfels in Untergruppenbach (Kreis Heilbronn) heißt es zum Beispiel: die Auslastung beim Kindertheater sei recht gut, beim Abendstück aber mit Luft nach oben und nicht zu vergleichen mit den Zeiten vor der Krise.

Dieses Problem ziehe sich durch die komplette Kulturlandschaft, mit Ausnahme der großen Konzerte. Insofern könne man natürlich nicht zufrieden sein. Denn die Kosten seien gleich geblieben beziehungsweise noch gestiegen.

Auslastung in Neuenstadt "hinter Erwartungen"

Ähnlich äußerten sich die Freilichtspiele Neuenstadt (Kreis Heilbronn). Die Auslastung liege "leider weiterhin unter den Erwartungen", so Andreas Großkopf von den Freilichtspielen. Die Auslastung liege derzeit bei 60 Prozent, die Erwartungen hätten bei mindestens 80 Prozent gelegen.

"Es war klar, dass Corona die Zuschauerströme beziehungsweise deren Verhalten beeinflusst. Auch die Dichte an unterschiedlichen Veranstaltungen tragen dazu bei."

Hinzu käme möglicherweise die wirtschaftliche Situation.  "Wer im Monat zum Beispiel 200 Euro mehr für Lebensmittel und Treibstoff ausgibt, spart an den Dingen, welche nicht zu den Grundbedürfnissen gehören."

Die Freilichtspiele Neuenstadt seien gespannt auf die letzten drei Wochenenden und die Verkäufe an der Abendkasse, so Großkopf. Zu jeder Veranstaltung gebe es noch Eintrittskarten.  

"Schleppender Kartenverkauf"

Das Theater im Fluss Künzelsau (Hohenlohekreis) spricht von einem schleppenden Kartenverkauf. Außer der Premiere sei keine Vorstellung des Brecht-Stücks "Schweyk im zweiten Weltkrieg" ausverkauft gewesen, so der Vorstand des Theatervereins, Heiner Sefranek. Die Resonanz der Besucher auf die aktuelle Inszenierung sei aber eine der besten, die es je gab beim Theater im Fluss.

"Insofern gibt es leider einen großen Gegensatz zwischen der Publikumsresonanz auf das Stück und dem tatsächlichen Besuch."

Sefranek geht davon aus, dass wohl auch die letzten Vorstellungen nicht ausverkauft sein werden.

Besserer Vorverkauf in Niederstetten

Beim Niederstettener Freilichttheater im Tempele (Main-Tauber-Kreis) ist die Spielzeit erst gestartet. Am Mittwochabend war die Premiere von "Alice im Wunderland. Kein Kinderspiel". Und man sei mehr als zufrieden mit dem Vorverkauf, heißt es vom Theaterverein. Es seien rund 20 Prozent mehr Karten verkauft worden als in den Jahren zuvor.

STAND
AUTOR/IN
SWR