Jägerin (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Mehr Frauen an Jagdschulen

Kreisjägermeisterin Schwäbisch Hall: Jagen Frauen anders als Männer?

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Immer mehr Frauen machen die Jägerprüfung. Im Kreis Schwäbisch Hall hat der Jagdverein mit Julia Winterfeldt eine weibliche Vorsitzende. Sie gibt Einblicke, wie sich das Jägertum verändert.

Fast ein Drittel der Kursteilnehmenden an Jagdschulen sind inzwischen Frauen. Vor zehn Jahren war das noch ganz anders: Innerhalb eines Jahrzehnts ist der Frauenanteil um fast zehn Prozentpunkte gestiegen. Das geht aus Daten des Deutschen Jagdverbands hervor.

Auch Julia Winterfeldt beobachtet, dass das Interesse von Frauen an dem Hobby Jagd zunimmt. Winterfeldt ist Kreisjägermeisterin der Jägervereinigung Schwäbisch Hall.

Welche Veränderungen Winterfeldt sieht und inwiefern Frauen ihrer Meinung nach anders jagen als Männer, sagt sie im Video:

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Auch in Baden-Württemberg Anstieg

In ganz Baden-Württemberg steigt der Frauenanteil ebenfalls, liegt aber unter dem bundesweiten Durchschnitt. Vergangenes Jahr haben im Land 2.622 Menschen erfolgreich die Jägerprüfung abgeschlossen. Etwa 17 Prozent davon waren Frauen.

2011 lag der Anteil der Teilnehmerinnen noch bei 14 Prozent, wie eine Sprecherin des Landesjagdverbands dem SWR sagte.

Winterfeldt: Frauen jagen konzentrierter

Julia Winterfeldt hat ihren Jagdschein schon seit 2005. Sie glaubt, dass es bei der Jagd Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.

"Frauen jagen bewusster und konzentrierter. Sie sind nicht so experimentierfreudig", sagt Winterfeldt. "Ich zum Beispiel überlege mir das wirklich ein paar Mal, bevor ich dann auch schieße." Männer hingegen "probieren es einfach öfter mal", so die 50-Jährige.

Kreisjägermeisterin: Einstieg oft über Fleisch

Häufig sei es gerade die Nachfrage nach Wildfleisch, über die Interessentinnen und Interessenten den Einstieg machen, beobachtet die Kreisjägermeisterin Winterfeldt. In einer Umfrage des deutschen Jagdverbands steht dieses Motiv für den Jagdschein in Sachen Häufigkeit auf Platz drei - nach dem Wunsch nach einem intensiven Naturerlebnis auf Platz eins und dem Interesse an "angewandtem Naturschutz" auf Platz zwei.

Kritik: Grausames Hobby

Über das Hobby Jagd gibt es allerdings geteilte Ansichten. Tierschutzorganisationen wie Peta kritisieren die Jagd als grausame und unnötige Freizeitbeschäftigung.

90 Prozent der jagdlichen Tätigkeit in Deutschland sei überflüssig und fast alle Argumente, die Jäger für ihr Tun vorbringen, seien falsch, sagt auch der Biologe Karl-Heinz Loske. Er hatte als Jugendlicher selbst einen Jagdschein gemacht. Heute sieht er die Jagd jedoch kritisch. Beispielsweise bestimme die vorhandene Kapazität in der Landschaft die Dichte einer Population, so Loske. Anders als von Jägerinnen und Jägern oft behauptet komme es auch ohne Wildabschuss nicht zu einer Überpopulation. "Die würden schlicht verhungern", sagte Loske vor einiger Zeit im WDR.

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SWR