Ein Mann in der Feuerwehrausbildung zieht eine lebensgroße Puppe durch eine Sporthalle. (Foto: SWR, Simon Bendel)

Situation bei Berufsfeuerwehr etwas entspannter

Freiwillige Feuerwehren bangen wegen Pandemie um Nachwuchs

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Durch die Pandemie konnten viele Informations- und Aktionstage nicht stattfinden. Die Berufsfeuerwehr hat dagegen mehr Bewerber, aber auch Probleme, was die Qualität dieser betrifft.

Ohne Nachwuchs kann die Feuerwehr nicht bestehen, da unterscheiden sich die freiwilligen Feuerwehren nicht von den Berufsfeuerwehren. In Heilbronn sind etwa 300 Menschen bei den freiwilligen Feuerwehren, etwa 90 Männer sind bei der Berufsfeuerwehr Heilbronn.

Kaum Informationsveranstaltungen möglich

Die Jugendfeuerwehr sei da der Nachwuchsgarant, vor allem für die freiwilligen Feuerwehren in der Region, betont der Leiter Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg, Andreas Fürst. Immerhin wechseln laut ihm später deutlich mehr als zwei Drittel der jugendlichen Mitglieder zur freiwilligen Feuerwehr. Das schaffe man vor allem durch die Bindung im Verein und gemeinsame Aktionen. Während der Corona-Pandemie waren solche Aktionen oder auch Informationstage allerdings nicht möglich.

Hinzu komme, dass die freiwillige Feuerwehr inzwischen auch stark mit anderen Freizeitaktivitäten konkurriere. Auch im Job könnte ein unverhoffter Einsatz problematisch sein, weshalb sich viele zwei Mal überlegen würden, ob sie wirklich zur freiwilligen Feuerwehr wollen, ergänzt Fabian Müller, Kommandant der Feuerwehr Heilbronn.

Situation bei der Berufsfeuerwehr Heilbronn etwas besser

Bei der Berufsfeuerwehr Heilbronn sieht es hingegen noch etwas besser aus. Rund 100 Bewerbungen seien laut Fabian Müller für die aktuelle Ausbildungsrunde eingegangen. Das seien sogar noch ein paar mehr als im vergangenen Jahr. Sechs bis zehn der Bewerber hofft man in Heilbronn dann auch wirklich einstellen zu können. Denn während bei der freiwilligen Feuerwehr quasi jeder mitmachen kann, gibt es bei der Berufsfeuerwehr einige Vorgaben und Tests, die erfüllt beziehungsweise bestanden werden müssen.

Laut Fabian Müller habe die Qualität der Bewerber diesbezüglich allerdings abgenommen. Vor allem beim sportlichen Eignungstest fallen viele von ihnen durch. Das ist allerdings auch für die freiwilligen Feuerwehren problematisch, da es dort solche Einstellungstests nicht gibt und man auf jede helfende Hand angewiesen ist.

Noch müsse man sich aber keine Sorgen machen, heißt es von beiden Feuerwehrgruppen, die Wachen seien aktuell gut besetzt. Dennoch müsse jetzt für die Feuerwehren und vor allem das Ehrenamt bei der freiwilligen Feuerwehr geworben werden, damit das auch in Zukunft so bleibt.

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