Masken auf Fließband (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg)

Produktion in Deutschland zu teuer

Maskenhersteller aus Leingarten ist pleite - Kritik an fehlendem politischen Willen

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Der Leingartener Maskenhersteller EUMEPRO ist im Insolvenzverfahren. Auch mangels politischer Voraussetzungen für so eine Produktion, sagt der zuständige Insolvenzverwalter.

Das Amtsgericht Heilbronn hat das Insolvenzverfahren beim Leingartener Maskenhersteller EUMEPRO (Kreis Heilbronn) eröffnet. 26 Menschen müssen demnach einen neuen Arbeitsplatz finden. Das Unternehmen hatte Materialien und Maschinen in Deutschland gekauft und auch in Leingarten produziert. Die Ursache für die Pleite: Momentan werden deutlich weniger Masken benutzt, meint Insolvenzverwalter Dietmar Haffa im Gespräch mit dem SWR.

Drastischer Preisverfall im Maskengeschäft

"Die Nachfrage nach Masken hat nachgelassen, als die Maskenpflicht weggefallen ist. Und mit dem Nachlassen der Nachfrage sind natürlich auch die Preise verfallen."

Nach über zwei Jahren Pandemie gibt es inzwischen zudem ein Überangebot an Masken, ein Preisverfall ist die Folge. Um rund 90 Prozent seien sie gefallen, so Haffa. Diese Preise seien nicht mehr auskömmlich. In dieser Marktsituation habe EUMEPRO viel zu wenig Umsatz gemacht, um die Produktionskosten decken zu können.

Kritik: Politische Voraussetzungen fehlen für deutsche Produktion

Der Konsument in Deutschland kaufe lieber günstige, ausländische Ware, beobachtet Haffa. Es fehle der politische Rahmen für eine konkurrenzfähige deutsche Produktion. Zu Beginn der Pandemie hatten Politiker noch gefordert wieder mehr deutsche Produktionen aufzubauen, um in Krisenzeiten nicht auf Importe angewiesen zu sein. Dafür müssten jedoch auch die Voraussetzungen geschaffen werden, dass in Deutschland mit horrenden Kosten produziert werden könne, so Haffa.

"EUMEPRO selber hat alles in Deutschland hergestellt. Auch die Rohmaterialien werden aus Deutschland bezogen."

EUMEPRO-Mitarbeitende suchen neue Arbeitsplätze

Unter diesen Bedingungen könne aber leider nicht zu den Preisen produziert werden, wie in Asien produziert wird, sagt Haffa. Jetzt müssen Lagerbestände verkauft werden, auch um die Verluste der Gläubiger zu reduzieren. Die knapp 30 Mitarbeitenden sind über die Situation informiert worden. Laut Haffa werde die hochmotivierte Belegschaft schnell wieder in Unternehmen unterkommen.

"Wir helfen bei der Jobsuche und in einem wirtschaftlich starken Raum wie Heilbronn sind wir zuversichtlich."

Der Abverkauf von Lagerbeständen laufe noch weiter, auch der Kundenservice. Neue Masken würden hingegen keine mehr produziert, so Haffa. Gleichzeitig werde mit potenziellen Investoren verhandelt. Das Unternehmen war 2020 gegründet worden und hat nach eigenen Angaben Krankenhäuser, Händler, Arztpraxen und rund 100.000 Privatkunden beliefert.

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