Unterschiedlich reife Sojaschoten wachsen 2017 auf einem Versuchsfeld in Müncheberg (Brandenburg). Archivbild. Symbolbild. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa | Bernd Settnik)

Kraichgau ist landesweit eines der größten Anbaugebiete

Gute Aussichten für Soja-Ernte in Eppingen

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Die Landwirte in Baden-Württemberg stellen sich auf eine unterdurchschnittliche Getreideernte ein. Doch eine Ausnahme gibt es - in einem der landesweit größten Soja-Anbaugebiete in Eppingen.

Zuviel Niederschlag, zuwenig Ertrag - so die Erntebilanz, die der Landesbauernverband am Mittwoch gezogen hat. Noch nicht unter Dach und Fach ist jedoch heimisches Soja. Die eiweißreiche Bohne wird schwerpunktmäßig neben der badischen Ortenau auch im Landkreis Heilbronn angebaut.

Vor zehn Jahren hat Georg Heitlinger aus Eppingen-Rohrbach mit dem Anbau begonnen. Für die kommende Ernte ist er sehr zuversichtlich:

"Dieses Jahr erwarte ich eine sehr gute Ernte. Es hat viel geregnet. Die Bohnen stehen gut da, es gibt viele Schoten und die sind gut gefüllt. Wir erwarten eine gute Ernte und einen guten Preis."

Georg Heitlinger ist vor allem als Geflügelhalter bekannt. Dass er vor einem Jahrzehnt mit Soja angefangen hat war für ihn folgerichtig, denn im Futter für seine Legehennen ist auch ein Anteil Soja enthalten.

"Da dachten wir, das können wir ja auch regional anbauen, das müssen wir nicht alles aus Südamerika importieren."

Eierproduzent Georg Heitlinger aus Eppingen zwischen seinen Hühnern (Foto: MEDIENBUREAU )
Mit Soja glücklich: Eierproduzent Georg Heitlinger aus Eppingen zwischen seinen Hühnern MEDIENBUREAU

Damit unterstützt der Eppinger nachhaltige und umweltverträgliche Produktion. Denn für sein Soja muss weder der Regenwald abgeholzt, noch Unmengen an Wasser verbraucht werden. Und auch die weiten Transportwege fallen natürlich weg. Zudem schätzt Heitlinger, dass Sojaanbau den Boden belebt und die Fruchtfolgen bereichert.

"Eine interessante Pflanze, weil nach der Saat, machst noch eine Unkrautbehandlung und dann macht die Bohne alles von allein. Die muss ich nicht düngen - eine sehr einfache Anbauart."

Als einer von deutschlandweit 12 Leuchtturm-Betrieben ging Heitlinger damals an den Start. Erst nach mehreren Sortenversuchen mit verschiedenen Anbautechniken war der Betrieb nach Jahren erfolgreich. Die Sojabohnen werden in Eppingen zu Mischfutter verarbeitet, in der Bioversion landen kleinere Mengen als Tofu auf dem Teller. Dennoch gab es auch Rückschläge, beispielsweise vor zwei Jahren, als nach zu großer Trockenheit die Ernte sehr schlecht ausfiel.

Trotzdem ist die Anbaufläche im Kraichgau in zehn Jahren auf rund 1.500 Hektar gewachsen –und somit eines der größten Anbaugebiete im Land - mit sehr guten Ernteaussichten in diesem Jahr.

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SWR