Polizeiauto. Seitenansicht. Symbolbild.

Opfer waren meist Frauen

Mädchenbande in Heilbronn: Polizei sieht "hohe Gewaltbereitschaft"

Stand
AUTOR/IN
Christoph Schöneberger
Fotoshooting SWR Studio Heilbronn Mitarbeiter Dezember 2022

In Juli und August gingen bei der Polizei Anzeigen wegen Körperverletzung ein. Mehrfach hieß es, Mädchen seien die Täterinnen. Jetzt hat die Polizei neue Details herausgegeben.

Nachdem die Polizei am Montagmorgen einen Ermittlungserfolg gegen eine kriminelle Mädchenbande vermeldet hat, die in Heilbronn für 23 Straftaten verantwortlich sein soll, gibt es neue Details, etwa zur Vorgehensweise der Bande.

Mitglieder der Bande teils strafunmündig

Die Mädchen sind im Alter zwischen 13 und 15 Jahren. Auf ihr Konto sollen vor allem Körperverletzungsdelikte gehen. Erst vor rund zwei Wochen sollen sie zwei 20-jährige Frauen im Bereich Sontheimer Landwehr in Heilbronn verletzt haben. Damals waren sie zu fünft unterwegs. Bei weiteren Straftaten agierten sie laut Polizei in anderen Konstellationen. Insgesamt zählt die Bande gut zehn Köpfe. Von Juli bis August gingen bei der Polizei sieben Anzeigen wegen Körperverletzung ein, immer wieder wurde dabei eine Gruppe Mädchen als Täterinnen beschrieben.

Mädchenbande soll vor allem Frauen attackiert haben

Was könnte die Mädchen antreiben? Die Polizei spricht von einer hohen Gewaltbereitschaft, gerade aus der Gruppe heraus. Außerdem soll bei den Taten auch Alkohol im Spiel gewesen sein. Die Bande ging oft folgendermaßen vor: Sie suchte sich Jugendliche, meist junge Frauen, die zahlenmäßig unterlegen waren. Dann gingen sie auf die Opfer, die sie teilweise kannten, zu und behaupteten, dass sie mit dem Partner eines der Mädchen schreiben oder sprechen würden. Das sei völlig haltlos, sagt die Polizei. Danach kam es zu Beleidigungen bis hin zu Schlägen und Tritten.

Mädchenbande filmte die Taten

Laut Polizei führten intensive Ermittlungen zunächst auf die Spur einer der Mädchen. Danach seien auch die anderen identifiziert worden. Die Bande hat die Taten zum Großteil mit ihren Handys gefilmt, heißt es weiter. Auf die Videos sind die Ermittler auf sichergestellten Handys gestoßen, andere Videos hätten Tatzeugen eingereicht. Die Mädchen haben ihre Taten wohl nicht auf sozialen Medien veröffentlicht, um damit zu prahlen. Außerdem sind sie nicht festgenommen, gelten aber als Beschuldigte in einem Strafverfahren.

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