Soldatengrab in Neudenau-Herbolzheim (Kreis Heilbronn)

Schleifen einer SS-Division abgelegt

NS-Zeichen am Soldatengrab: Ermittlungen gegen Bürgermeister im Kreis Heilbronn

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Die Staatsanwaltschaft Heilbronn ermittelt gegen den Neudenauer Bürgermeister. Er könne seine Pflicht verletzt haben, weil er Kennzeichen der NS-Zeit offenbar nicht entfernen ließ.

Nach einer Anzeige im Dezember vergangenen Jahres hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn mittlerweile ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen Manfred Hebeiß (CDU), den Bürgermeister von Neudenau (Kreis Heilbronn), eingeleitet. Dabei geht es um eine NS-Kennzeichnung auf einem Soldatengrab, die er offenbar nicht entfernen ließ.

Schleifen mit Truppenkennzeichen

Es bestehe der Verdacht, dass der Bürgermeister nicht dafür gesorgt habe, die an einem Soldatengrab abgelegten Schleifen mit Truppenkennzeichen der 17. SS-Panzergrenadier-Division zu beseitigen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft auf SWR-Anfrage. Dabei sei er als Bürgermeister für die Ortspolizeibehörde zuständig.

Dies könne den Tatbestand des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erfüllen, heißt es. Zuvor hat die "Heilbronner Stimme" über den Fall berichtet.

Gedenktafel von Soldatengrab in Neudenau entfernt

Die Gedenktafel an dem Grab der Soldaten der Waffen-SS in Neudenau-Herbolzheim war schon länger umstritten, Anfang März 2023 wurde sie durch das Regierungspräsidium Stuttgart entfernt.

Angebracht wurde sie in den 1950er Jahren von einem zeitweilig als rechtsextremistisch eingestuften Verband mit dem sperrigen Namen "Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS" (HIAG). 

Die umstrittene Tafel der HIAG ist hinter dem Grab angebracht und kann leicht übersehen werden
In dem Grab liegen drei Soldaten der Waffen-SS. Auf der entfernten Tafel war unter anderem "Treue um Treue" zu lesen, ein Motto von Truppenbestandteilen der Wehrmacht. Der Leitspruch ist seit 2014 in der Bundeswehr verboten.

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