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Die Nächste sind wieder kälter. Besonders bei Minusgraden ist die Gefahr groß, dass Menschen ohne Bleibe erfrieren. In Heilbronn-Franken gibt es mehrere Anlaufstellen, die Hilfe bieten.

Auch wenn die Temperaturen noch nicht über einen längeren Zeitraum klirrend kalt sind. Der Fall eines erfrorenen jungen Mannes im Bühlertal zeigt, wie leicht Temperaturen unterschätzt werden können. Die Temperaturen waren in der Nacht von Freitag auf Samstag bei Wolpertshausen (Kreis Schwäbisch Hall) sehr niedrig. Der Körper des jungen Mannes sei wohl sehr schnell ausgekühlt. Dafür reichten schon wenige Grad über Null, so die Polizei.

Lage in den Unterkünften noch entspannt

Der junge Mann konnte nur noch tot aufgefunden werden. Dennoch, jeder, der einen Menschen in einer hilflosen Lage sieht, kann helfen: Dazu wendet man sich entweder direkt an die Hilfseinrichtung oder wählt den Notruf 112. In einem Teil von Heilbronn-Franken ist die Erlacher Höhe für wohnungslose Menschen zuständig. In der Winterzeit sind Leiter Oliver Klein und alle Helfer dort wieder verstärkt gefragt. Noch sei die Lage, vor allem in den ländlichen Gebieten, aber entspannt, so Klein.

"Wir erleben noch keine großen dramatischen Veränderungen der Obdachlosenzahlen nach oben."

Oliver Klein, Erlacher Höhe

Zahl der Plätze wegen Corona-Pandemie geringer

Corona erschwert in diesem Jahr auch in diesem Bereich die Arbeit: Die Kapazitäten seien geringer, so Klein. Hygiene- und Abstands-Regeln müssen eingehalten werden. In normalen Zeiten könne beispielsweise der Erfrierungsschutz in Schwäbisch Hall bis zu zehn Menschen aufnehmen - wegen der Corona-Situation gebe es maximal Platz für vier bis fünf, so Klein.

Wegen Corona müssen auch die Mitarbeiter der Aufbaugilde in Heilbronn umdenken. Hier ist das Angebot bei den Betroffenen immerhin meist bekannt, sagt Hans-Martin Klenk, Leiter des Unterstützungszentrums der Aufbaugilde in Heilbronn. Etwa 40 Menschen seien in Heilbronn wohnungslos. Dennoch würden sie nicht immer das Angebot von Unterkünften annehmen wollen. Für sie gibt es den Erfrierungsschutz in den Räumen des Freibads Neckarhalde. Doch auch wenn es mehrere Angebote von Kommunen und sozialen Einrichtungen gibt und diese auch bekannt sind, gilt weiterhin der Appell: Nicht wegschauen und nachfragen, ob ein Mensch bei winterlichen Temperaturen Hilfe braucht.

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