zwei Kinder sitzen mit Mütze und Schal in einer Kirche (Foto: SWR, Ulrike Schirmer)

Wegen weiter steigender Heizkosten

Energiesparen: Kirchen bleiben diesen Winter kalt

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Ulrike Schirmer

Es ist das Gebot der Stunde: Energiesparen. Wo auch immer man sich diesen Winter aufhält, man sollte warm angezogen sein. Auch Kirchen sollen auf nur 13 Grad beheizt werden.

Als Reaktion auf die aktuelle Energiekrise empfehlen sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche, Energie einzusparen. Sie gehen mit gutem Beispiel voran. Dennoch stoßen sie mit ihrem Vorhaben, Kirchen in diesem Winter nur auf maximal 13 Grad aufzuheizen, bei den Gläubigen nicht nur auf Verständnis. Viele Kirchenbesucher befürchten, während des Gottesdienstes frieren zu müssen.

Temperieren statt Heizen

Allein ein Grad Temperaturabsenkung in den mehr als 5.000 kirchlichen Gebäuden der Diözese Rottenburg-Stuttgart könne bis zu zehn Prozent Heizenergie einsparen, so heißt es in einem Schreiben des Bischofs Gebhard Fürst an die Kirchengemeinden. Und die wollen sich - so gut es geht - daran halten.

Der katholische Pfarrer Siegbert Pappe aus Heilbronn-Böckingen betont dabei, dass er nicht erst seit der Energiekrise verantwortungsvoll mit dem Heizen umgehe. Verantwortungsvoll temperieren anstatt heizen, das sei ihm schon immer wichtig gewesen.

"Wir versuchen schon immer, verantwortungsvoll mit Energie und den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen umzugehen. [...] Wir werden nach einem guten Augenmaß handeln, sodass man immer noch voll Freude Gottesdienst feiern kann und niemand sich die Nase abfrieren muss."

Wenn Kirchen im Bistum Trier kalt bleiben, muss man sich wie hier mit Decken behelfen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/HMB Media/Heiko Becker)
Die Diözese Rottenburg-Stuttgart empfiehlt, Sitzkissen und Decken auszugeben. picture alliance/dpa/HMB Media/Heiko Becker

Orgeln werden sich freuen

Sonntags die etwas dickere Jacke anzuziehen wäre dennoch kein Fehler, so der Pfarrer. Denn bleibt es bei niedrigeren Temperaturen in der Kirche, dann profitiere der gesamte Kirchenraum - und vor allem die Orgel. Für die sei das Hochheizen und wieder abkühlen im Winter Gift, erklärt Organistin Eva Anding.

"Das Innenleben der Orgel besteht ja fast nur aus Holz. Das Problem waren immer die Schwankungen der Temperaturen, wenn es zuerst hochgebeamt wird und dann wieder runtergeht. Das Holz schafft eben und dann gab es auch schon mal Hänger."

Die Regelung, die Kirche auf maximal 13 Grad zu temperieren, sei super für die Orgel, so Anding. Nur - der Organist leidet eben unter kalten Händen, ergänzt sie mit einem Schmunzeln. Aber dafür gebe es ja schließlich fingerlose Handschuhe.

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