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Der Eichenprozessionsspinner ist derzeit an fast jeder Eiche zu finden – zumindest in Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall). Die Mitarbeiter vom Baubetriebshof sind im Dauereinsatz.

Milchig weiße, netzartige Taschen, teilweise krabbeln die Eichenprozessionsspinner über die Rinde der Eiche, einer von vielen in Crailsheim. Der Chef vom Baubetriebshof Crailsheim, Johannes Köder, geht davon aus, dass es kaum eine Eiche im Stadtgebiet gibt, die nicht befallen ist. Der Befall war schon im letzten Jahr stärker als die Jahre zuvor, dieses Jahr ist noch einmal schlimmer.

Das Wetter hat es dem Eichenprozessionsspinner leicht gemacht, sich zu vermehren, es war warm und nass. Dazu sind Eichen eine tolle Nahrungsquelle. Und wenn sich der Schädling mehrere Jahre hintereinander in so einem Baum eingenistet hat, kann auch der kaputtgehen. Das soll verhindert werden.

"Wir werden auch zukünftig damit leben müssen, dass der Eichenprozessionsspinner sich in den Laub- und Eichenwäldern ausbreitet. Gleichzeitig können wir nicht überall sein und jede Raupe einsammeln."

Spezialanzüge mit Atemschutzmasken

Dem Schädling geht es mit speziellen Saugern an den Leib. Danach werden die eingesaugten Reste fachmännisch entsorgt. Die Mitarbeiter vom Baubetriebshof Crailsheim sind in Spezialanzüge gekleidet, haben spezielle Schutzmasken mit Atemfunktion auf. Bei hohen Temperaturen ist das kein Zuckerschlecken, es hilft aber nichts.

Die kleinen Härchen der Raupen können Ausschläge auslösen, mit heftigem Juckreiz, sogar Allergien. Das möchte keiner. Es gab schon Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Teilort Westgartshausen, erzählt Johannes Köder. Fotos wurden mitgeschickt, mit roten Hautausschlägen.

"Es wäre schön, wenn Kinder wieder lernen würden, was ein Eichenprozessionsspinner ist und was passiert, wenn man ihn anfasst. Oder auch wie eine Eiche aussieht."

Grasmilbe statt Eichenprozessionsspinner

Das war aber nicht der Eichenprozessionsspinner, der den Hautausschlag auslöste, sondern die Grasmilbe, in diesem Jahr auch eine Plage im Stadtgebiet. Bei feuchtem Wetter zieht die sich zurück, ansonsten würde Mähen helfen, aber nicht in Crailsheim. Mit dem Projekt "Stadtbiene" wird das Gras auf städtischen Flächen absichtlich stehen gelassen, damit sich Insekten vermehren können. Die Natur soll wieder Platz finden, meint Köder.

Dann könnten sich vielleicht auch wieder mehr natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners ansiedeln, wie der Kuckuck. Bis dahin müssen die Mitarbeiter des Baubetriebshofs der haarigen Raupe des Eichenprozessionsspinners mit schwerem Gerät entgegentreten. Natürliche Mittel haben bisher nicht so gut gewirkt.

Ein Nest mit Eichenprozessionsspinner in einem Baum in Crailsheim (Foto: SWR)

Und der Spaziergänger sollte dann und wann auch mal nach oben in die Baumwipfel gucken und besonders bei Eichen ganz genau hinsehen. Denn der Baubetriebshof rückt dem Schädling nur bei Schulen und Kindergärten zu Leibe. Im Wald ist jeder selbst verantwortlich.

Saugaktion im Schönebürgwald

Im Crailsheimer Schönebürgwald wird es aber eine Aktion geben. Der Bereich, in dem die Stadtranderholung voraussichtlich in diesem Jahr stattfindet, wird kurz vor Beginn durch eine Baumpflegefirma abgesaugt werden.

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