In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal wird eine Kindermalerei gezeigt. Das Bild, dessen Papier mit synthetischen Cannabinoid getränkt ist, stammt von Gefangenenpost und war für einen Häftling bestimmt. Mittels eines Ionenscanners (im Hintergrund), der Drogen erkennen kann, wurde dies festgestellt.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)

Pilotprojekt in JVA Heilbronn

Scanner gegen Schmuggel unsichtbarer Drogen

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Ulrike Schirmer
Peter Wedig

Zwei bundesweit noch seltene Drogenscanner haben in baden-württembergischen Gefängnissen im vergangenen Jahr bereits 150 Treffer gelandet - einer der Scanner steht in Heilbronn.

Zwei moderne Drogenscanner haben in den Gefängnissen in Bruchsal und Heilbronn im vergangenen Jahr insgesamt bereits 150 Mal angeschlagen. Bei den Einsätzen der beiden modernen Detektoren seien vor allem neue psychoaktive Stoffe wie synthetische Cannabinoide aufgespürt worden, sagte Landesjustizministerin Marion Gentges (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Die Drogen kommen den Angaben zufolge meist per Post, sind auf Papier verteilt - etwa einer bunten, harmlos erscheinenden Kinderzeichnung, und für das bloße Auge kaum oder sogar gar nicht sichtbar.

Synthetische Drogen im Fokus

Die weinkartongroßen Scanner stehen seit einem Jahr in den Haftanstalten in Bruchsal und in Heilbronn. Mit einem Teststreifen nehmen JVA-Mitarbeitende Proben. Die Streifen legen sie dann in das Gerät, um nach wenigen Sekunden eine Analyse zu erhalten.

Die Geräte erkennen nicht nur synthetische Cannabinoide, sondern auch andere Betäubungsmittel, darunter Cannabis oder Kokain. Wenn ein Papier mit Drogen getränkt sei, leuchtet ein rotes Alarmsignal auf. Die mit Drogen beschichteten Papiere werden von Insassen dann zum Beispiel zerkleinert, in Zigaretten eingemischt und geraucht.

Die Leasinggeräte kosten etwa 1.200 Euro pro Scanner und Monat, zwei weitere Geräte sind laut Ministerium bereits bestellt worden.

JVA in Heilbronn testet auch für andere Gefängnisse

Getestet werden nicht nur Briefe aus Heilbronn, sondern auch Verdachtsfälle anderer Gefängnisse aus dem württembergischen Raum. Diese Standorte mitinbegriffen gab es in Heilbronn im letzten Jahr rund 90 positive Funde. Fällt der Test positiv aus, wird die Art und Menge der Substanz dann in einem Labor genauer untersucht und ein Verfahren eingeleitet.

JVA Heilbronn (Foto: SWR)
Der neue Drogenscanner schlug im vergangenen Jahr auch mehrfach in der JVA Heilbronn an

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Mehrfach war die Justizvollzugsanstalt in Heilbronn im vergangenen Jahr wegen Drogenschmuggels in die Schlagzeilen geraten. Nach mehreren Razzien im September und November wird laut Staatsanwaltschaft Heilbronn insgesamt gegen 40 Personen ermittelt, in einem Verfahren wurde inzwischen Anklage erhoben. Durchsucht wurden Insassen, aber auch kürzlich entlassene Ex-Häftlinge. Auch ein Mitarbeiter soll dabei eine Rolle gehabt haben.

Und auch bereits 2018 war in der Heilbronner Justizvollzugsanstalt ein Drogenschmugglerring aufgeflogen. Ob die Scanner hier bereits geholfen haben, wollte Anstaltsleiter Andreas Vesenmaier mit Hinweis auf laufende Verfahren jedoch nicht kommentieren.

Scanner bereits flächendeckend in Rheinland-Pfalz eingesetzt

Rheinland-Pfalz ist in Sachen Drogenscanner übrigens bereits weiter: Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt werden Scanner inzwischen flächendeckend in den Gefängnissen des Landes eingesetzt, um raffiniert geschmuggelte Designerdrogen aufzuspüren.

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