Warnschild Badestrand (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa, Heiko Rebsch)

Wassertiefe falsch eingeschätzt

Diakoneo: Mehr Verletzungen durch Badeunfälle als im Vorjahr

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Im Diakoneo Diak Klinikum Schwäbisch Hall sind in diesem Sommer bereits mehr Badeunfälle behandelt worden als im vergangenen Jahr. Solche Verletzungen können schwerwiegend sein.

Wie der Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie Stefan Huber-Wagner berichtet, habe es in der derzeitigen Hitzephase bereits drei schwere Verletzungen gegeben. Problem ist oftmals der Sprung ins kühle Nass: Badeseen und Flüsse haben nach langer Trockenheit Niedrigwasser, selbst in Pools und Freibädern würde oftmals die Tiefe unterschätzt. Auch im Diakoneo seien Fälle gewesen, bei denen genau das passiert war. Bei solch schweren Verletzungen wie beispielsweise Genickbrüchen kommt seit einigen Monaten im Diakoneo auch eine spezielle Robotertechnologie im Operationssaal zum Einsatz - bisher bereits gut 40 Mal, so Huber-Wagner.

OP-Roboter: Besondere Stabilisation und Präzision möglich

Mit dem sogenannten Robotic Suite, einem voll ausgestatteten robotischen 3D-Navigations-Hybrid-OP, können seit Kurzem in Schwäbisch Hall auch Operationen durchgeführt werden, die früher manchmal hätten verlegt werden müssen, so Huber-Wagner. Zum Beispiel könne der Patient damit bei längeren Operationen stabilisiert und besonders präzise operiert werden.

Brüche an Halswirbeln nach Kopfsprung ins Wasser

Als Beispiel nennt das Diakoneo eine 42-jährige Patientin. Sie sei mit der Familie zum Baden verabredet gewesen. Beim Kopfsprung ins Wasser dann das Unglück: Mehrere Brüche an zwei Halswirbeln. Sanitäter stützten die Halswirbelsäule noch vor Ort mit einer Halskrawatte ab. Die Frau war gerade noch einem "klassischem Genickbruch" und damit einer möglichen Querschnittslähmung - die sogar zum Atemstillstand mit Todesfolge hätte führen können - entkommen. Die Verletzung sei nicht ungewöhnlich für so einen Badeunfall, sagt der Chefarzt.

"Diese komplexe, instabile Verletzung, die gerade noch ohne neurologische Ausfälle verlief, war eine Herausforderung", so Hubert-Wagner. In der Robotic Suite sei die OP geplant und durchgeführt worden. Platten und Schrauben wurden der Patientin zur Stabilisierung eingesetzt.

Appell: Nie in seichte oder unbekannte Gewässer mit dem Kopf voraus

Ein halbes bis ganzes Jahr nach dem Badeunfall wird es wohl dauern, bis die Wirbelknochen verheilen und die Ärztinnen und Ärzte die Versteifung entfernen können.

Er habe Verständnis dafür, dass bei großer Hitze das Wasser locke. Dennoch appelliert Hubert-Wagner weiter an die Vernunft der Badenden: In unbekannte oder seichte Gewässer sollte man niemals mit dem Kopf voraus springen.

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