Essenstablett mit Spaghetti, Salat und Kompott: Gemüse, das stundenlang warmgehalten wird, zerkochte Nudeln, fades Fleisch oder klebriger Brei: In Pflegeheimen und Krankenhäusern verstößt das Speisenangebot mitunter gegen die Menschenwürde.  (Foto: Imago, imago images / imagebroker)

Klinik-Essen soll gesünder und leckerer werden

Besser essen im Krankenhaus: Projekt von Dualer Hochschule Heilbronn und Spitzenkoch

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Das Essen in mancher Klinik ist weder lecker noch sonderlich gesund - das will die Duale Hochschule aus Heilbronn mit einem Spitzenkoch verbessern. Teuer werden soll es nicht.

Nicht selten landen in den Kliniken auf dem Teller fürs Abendessen ein paar Scheiben Brot, Käse und Streichwurst. Nicht gerade das, was Nicole Graf, Rektorin der Dualen Hochschule in Heilbronn (DHBW), als genussvoll bezeichnen würde. Das geht auch anders, meint sie und erforscht deshalb zusammen mit dem Münchener Tumorforscher Volkmar Nüssler und Sternekoch Jan Hartwig, wie Essen leckerer, heilsamer und gleichzeitig wirtschaftlich werden kann.

"Das Wohlbefinden leistet einen großen Beitrag zur Gesundung – dazu zählen der Genuss beim Essen und das gemeinsame Essen am Tisch. Über Patientenbefragungen können wir die Patienten in den wissenschaftlichen Prozess mit einbeziehen."

DHWB Heilbronn (Foto: SWR)
An der DHWB Heilbronn wird zu besserem Klinik-Essen geforscht

Gesünderes Essen hilft kranken Patienten

Die Studie läuft am onkologischen Kompetenzzentrum in Bad Trissl, südlich von München. Die Ansatz der Sterneküche, auf Regionalität und Bio-Produkte zu setzen, soll auch in der Klinikküche ihren Platz finden. Bio hätte einen medizinischen Effekt auf den Patienten, sagt Nicole Graf:

"Bei konventionell erzeugten Lebensmitteln ist der Anteil an Ackergiften, auch an Antibiotika, deutlich höher und wenn man sich jetzt in einen Patienten hineindenkt, der ja ohnehin gesundheitlich beeinträchtigt ist, dann ist ein Bio-Lebensmittel für ihn von deutlich höherem Wert als konventionelle Lebensmittel."

Weniger Kosten durch weniger Fleisch

Für Kliniken sei die Wirtschaftlichkeit natürlich wichtig. Das Team setzt auf einen kleineren Fleischanteil pro Gericht. Das senke den Preis und lasse damit mehr Spielraum für das teurere Biogemüse. Weniger Fleisch zu verwenden sei zudem ökologisch nachhaltiger, so Nicole Graf.

Die Duale Hochschule Heilbronn und ihre Partner starten jetzt das Projekt. Eine finanzielle Spritze von 50.000 Euro gab es auch schon und der Eckart Witzigmann Preis wurde dem Projekt verliehen. Die Ergebnisse der Studie werden schon in den nächsten Monaten erwartet und, so hoffen die Initiatoren, von vielen Kliniken aufgegriffen.

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