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Nach dem Großbrand im ehemaligen Fliegerhorst in Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) ist das betroffene historische Gebäude stark einsturzgefährdet.

Inzwischen hat sich auch die Schadenshöhe fast verdreifacht - nach aktuellen Schätzungen auf zwei bis drei Millionen Euro.

Hohe Einsturzgefahr - Brandermittler nehmen Arbeit auf

Ein Statiker hatte am Donnerstag das historische Gebäude untersucht. Wegen des komplett zerstörten Dachgeschosses und Löschwasser-Schäden sei das denkmalgeschützte Haus stark einsturzgefährdet. Ob es überhaupt noch genutzt werden kann, ist weiter unklar.

Vor Ort können Brandermittler erst jetzt mit der Ursachensuche beginnen. Glutnester und Rauchentwicklung hatten dies bisher verhindert.

"Heute (am Freitag) sind die Kollegen vor Ort, unter anderem auch ein Brandgutachter. Sie werden bezüglich der Brandursache noch Ermittlungen durchführen."

David Ebert, Polizeisprecher Aalen
Ein Bagger bei Abbrucharbeiten am Dachstuhl nach Brand eines historischen Gebäudes in der Burgbergstrasse in Crailsheim. (Foto: Pressestelle, Stadtverwaltung Crailsheim )
Pressestelle Stadtverwaltung Crailsheim

Das Gebäude war durch die Stadt in den vergangenen Monaten für insgesamt rund zwei Millionen Euro generalsaniert worden. Die Arbeiten wurden erst Ende April abgeschlossen.

"Eigentlich wollten wir dieses Gebäude nächste Woche seiner neuen Nutzung übergeben. Es sind soziale Wohnungen dort eingerichtet worden."

Christian Herse, Pressesprecher Stadt Crailsheim

Glutnester und ungünstige Witterung: Feuerwehr war 35 Stunden vor Ort

Seit Dienstagnacht war die Feuerwehr Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) rund 35 Stunden mit dem Brand beschäftigt und musste immer wieder aufkeimende Glutnester löschen.

Aufgrund der Bauweise des in den 1930er Jahren errichteten Objekts war es laut Feuerwehr schwierig, an den Brandherd vorzudringen. Ungünstige Witterung erschwerte die Löscharbeiten zusätzlich. Der gesamte 56 Meter lange Dachstuhl brannte aus und stürzte ein.

Bewohner von Nachbarhäusern hatten in der Nacht auf Donnerstag Rauch in der Ruine bemerkt. Da Gefahr bestand, dass das Feuer erneut entfacht und auf zwei angrenzende Häuser übergreift, mussten 26 Bewohner evakuiert und anderweitig untergebracht werden.

Einsatzkräfte stehen auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes in Crailsheim. Ein Dachstuhlbrand hat sich in einem denkmalgeschützen Gebäude ausgebreitet.  (Foto: onw-images.de/Jason Tschepljakow)
Die Löscharbeiten dauerten auf dem ehemaligen Fliegerhorst-Gelände mehrere Stunden onw-images.de/Jason Tschepljakow

Für gründliche Löschung musste Dachstuhl abgerissen werden

Um alle Glutnester effektiv löschen zu können, hatten sich die Einsatzkräfte am Donnerstagvormittag entschlossen, den Dachstuhl abzureißen. Nachkontrollen ergaben zudem, dass auch die anderen Geschosse im Haus durch die 600.000 Liter Löschwasser massiv beschädigt wurden. Auch ein Nachbarhaus wurde durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen, der Wohnraum wurde schwer beschädigt.

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