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Müssen Firmen ihre Mitarbeiter bald verpflichtend testen? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine mögliche Testpflicht ins Spiel gebracht. Im Corona-Hotspot-Kreis testen große Unternehmen bereits intensiv.

Beim Verpackungsmaschinenbauer Optima in Schwäbisch Hall etwa gibt es für die Mitarbeiter firmenintern ein klares Testkonzept.

"Alle Optima-Beschäftigten haben aktuell die Möglichkeit, sich zweimal pro Woche in Absprache mit der Führungskraft auf Corona testen zu lassen. Hierfür sind vier Testzentren eingerichtet worden. Es gibt auch eine Terminsoftware."

Jan Deininger, Unternehmenssprecher Optima

Die Tests führen abwechselnd 50 Optima-Mitarbeiter durch, die dafür speziell geschult worden sind. Wenn es notwendig sein sollte, kann Optima kurzfristig sogar weitere Testzentren in der Firma in Betrieb nehmen.

Kärcher testet im Werk Bühlertann täglich

Im Werk des Reinigungsgeräteherstellers Kärcher in Bühlertann (Kreis Schwäbisch Hall) gab es im Februar vermehrt Corona-Infektionen. Auf SWR-Anfrage heißt es, dass sich bei Kärcher bereits seit einigen Monaten Beschäftigte in unternehmenseigenen Zentren testen lassen können. Im Werk Bühlertann habe man nach den Infektionen begonnen die gesamte Belegschaft vor Ort täglich zu testen.

IHK lehnt Testpflicht ab

Die Diskussion über eine generelle Testpflicht für Unternehmen sieht der Präsident der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken, Harald Unkelbach, sehr kritisch.

"Viele der Betriebe testen schon. Viele Mitarbeiter sind zudem im Homeoffice. Und es gibt viele Mitarbeiter, die sich nicht testen lassen wollen. Daher wird eine Verpflichtung ins Leere laufen."

Harald Unkelbach, IHK-Präsident

Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken ist auch davon überzeugt, dass die Betriebe das Thema Testen sehr ernst nehmen. Es gebe eine große Bereitschaft, auch wenn es für kleine Betriebe nicht immer einfach sei. Allerdings dürfe man nicht außer Acht lassen, dass die Tests auch richtig Geld kosten.

"Wir haben 100.000 Beschäftigte im Handwerk in der Region Heilbronn-Franken. Und wenn man zweimal in der Woche testen soll, dann sind wir schon bei Kosten in Höhe von 1 Million Euro für unsere Betriebe. Wir sind aktuell in intensiven Gesprächen mit der Landesregierung."

Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Heilbronn-Franken

Die Gewerbeaufsicht des Landkreises Schwäbisch Hall hat jetzt angekündigt verstärkt Betriebskontrollen durchzuführen, um die Einhaltung der Corona-Regeln zu überwachen.

Kontrollaktion in Crailsheim

Auch die Stadt Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) hat sechs große Unternehmen überprüft. Dabei ging es um Abstandsregeln und die Maskenpflicht. Raimund Horbas vom Ordnungsamt ist ganz zufrieden, allerdings gebe es teils noch Nachholbedarf in Aufenthaltsräumen. Mitunter sei die Bestuhlung zu eng gewesen oder es fehlten Plexiglasscheiben zwischen den Sitzplätzen. Ziel der Kontrollen sei es, den Firmen Hilfestellungen zu geben. Es gehe nicht darum Unternehmen zu bestrafen.

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