Ziehl-Abegg in Künzelsau impft Belegschaft gegen Corona (Foto: SWR)

Angebot und Nachfrage in Heilbronn-Franken

Corona: Wie ist die Verfügbarkeit der Booster-Impfung?

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Bei vielen Menschen ist die Corona-Impfung nun einige Monate her. Jetzt wollen sie sich boostern lassen. Aber geht das auf dem Land so einfach? Ein Impfaktionstag soll helfen.

Um die Impfkampagne in Baden-Württemberg weiter voranzutreiben, hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) für Samstag, den 27. Nobember, einen Impfaktionstag ausgerufen. Daran beteiligen sich auch viele Praxen in Heilbronn-Franken, die an diesem Samstag Sprechstunden anbieten und für Impfungen geöffnet haben. Einen Überblick gibt es online auf der Website der baden-württembergischen Impfkampagne unter www.dranbleiben-bw.de.

Zudem gibt es auch mehrere Impfaktionen mit mobilen Impfteams. In Wertheim (Main-Tauber-Kreis) wird in der Main-Tauber-Halle von 10 bis 15 Uhr geimpft. In Schwäbisch Hall ist in der Hagenbachhalle Aktionstag von 9 bis 15 Uhr. In Heilbronn-Horkheim ist ebenfalls eine Impfaktion. Von 10 bis 16 Uhr wird in der Stauwehrhalle von einer Arztpraxis geimpft.

Booster-Impfungen - Angebot und Nachfrage

In den meisten großen Städten gibt es auch jenseits vom Aktionstag am Samstag zahlreiche Angebote für Booster-Impfungen. Doch wie sieht es auf dem Land aus?

Eine Karte und eine Liste auf der Webseite der Impfkampagne in Baden-Württemberg zeigen an, wo es Impfaktionen ohne Voranmeldung gibt - am Donnerstag war das beispielsweise in Tauberbischhofsheim (Main-Tauber-Kreis) der Fall.

350 Impfungen gab es, Start war um 11 Uhr. Doch bereits um 10.20 Uhr hatte sich eine Schlange gebildet.

Eine Schlange wartender Menschen bei Aktion des mobilen Impfteams in Tauberbischofsheim am Gründerzentrum (Foto: SWR)
Die Schlange bei einer Impfaktion in Tauberbischofsheim.

Mit dicker Kleidung gegen Kälte und lange Wartezeiten

Brunhilde Gackstatter stand ganz vorn in der Schlange. Sie hatte sich bereits um 8 Uhr morgens angestellt und war mit der entsprechenden Kleidung gekommen, um in der Kälte auszuharren.

"Ich habe eine Skihose angezogen, weil ich lange in der Kälte stand. Am Tag zuvor waren wir in Königshofen, sind dann aber abgewiesen worden, weil wir zu spät waren."

Um kurz vor 11 Uhr waren in Tauberbischhofsheim dann auch schon alle Plätze vergeben. Wer danach noch kam, wurde wieder heimgeschickt. Mehr als 350 Impfungen am Tag schaffen die Ärzte nicht.

Hausarzt: Terminkalender bis Ende Januar voll

Auch bei Hausarzt Stephan Roder in Flein (Kreis Heilbronn) ist der Terminkalender bis Ende Januar voll. Er würde mehr impfen, wenn er den Impfstoff hätte: "In den Sommermonaten ist nichts, aber auch gar nichts passiert", kritisiert Roder. "Und dann haben sie uns im Regen stehen lassen. Sie kürzen uns den Impfstoff. Ich muss meine Termine wieder absagen. So geht man mit Ärzten nicht um."

Arzt Stephan Roder in Flein der in seiner Praxis mit Termin impft (Foto: SWR)
Stephan Roder impft einen Patienten in seiner Arztpraxis in Flein.

"Es gibt die 3Gs, aber bei den Ärzten gibt es auch die drei Vs: Verdrossenheit, Verbitterung, Verärgerung."

Impfungen auch in Betrieben

Neben Impfaktionen und Hausarztpraxen erhalten manche Arbeitnehmer auch in ihrem Betrieb Corona-Boosterimpfungen. Der Hauptgeschäftsführer der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), Peer-Michael Dick, sagte am Donnerstag in Stuttgart, wichtig sei jetzt, dass die Booster-Impfungen überall und damit auch in den Betrieben ins Laufen kämen und ohne großen Verfahrens- und Dokumentationsaufwand durchgeführt werden könnten.

Für viele Menschen, die sich im Betrieb haben impfen lassen, öffne sich das Zeitfenster von fünf Monaten seit der letzten Impfung erst in den nächsten Wochen. Dick rechnet deshalb damit, dass viele Unternehmen erst jetzt wieder Schritt für Schritt mit betrieblichen Impfungen beginnen.

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