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Die Caritas in Tauberbischofsheim will ihre Werkstätten für Menschen mit Behinderungen weitgehend geöffnet lassen - und das, obwohl mehrere Corona-Fälle aufgetreten sind.

Insgesamt 90 Bewohner und Beschäftigte sowie zusätzlich noch 30 Mitarbeiter sollen sich in den Caritas-Werkstätten in Tauberbischofsheim (Main-Tauber-kreis) mit dem Coronavirus infiziert haben. Weitere Menschen mussten in Quarantäne. Eine dramatische Situation, sagte der Vorstandsvorsitzende Matthias Fenger dem SWR, ausgehend von den Werkstätten sei man großflächig vom Coronavirus befallen. Mehrere Wohnangebote seien betroffen.

"Wir sind bis vor drei bis vier Wochen noch verschont geblieben, dann hat es uns mit der vollen Breitseite erwischt". 

Beschäftigte in den Werkstätten des Caritasverbands im Tauberkreis e.V. (Foto: Pressestelle, Caritasverband im Tauberkreis e.V.)
Beschäftigte der Caritas-Werkstätten Tauberbischofsheim noch vor der Corona-Pandemie Pressestelle Caritasverband im Tauberkreis e.V.

Laut Fenger wollte man dennoch nicht schließen. Damit halte die Einrichtung sich an die Corona-Verordnung.

"Es ist grundsätzlich so, dass wir einen Versorgungsauftrag haben. Die Vereinbarung ist geschlossen zwischen uns und dem Landkreis. Dieser Arbeitsplatz ist vorzuhalten."

Matthias Fenger, Vorstandsvorsitzender Caritasverband im Tauberkreis e.V.

Bei Schließung: Kein Geld mehr für beschäftigte Menschen

Bei der ersten Schließung in der Pandemie-Hochphase im vergangenen Jahr habe man versucht, im Homeoffice zu arbeiten. Auch jetzt haben die Caritas-Werkstätten Tauberbischofsheim dieses Modell in Betracht gezogen: "Aber das war keine Variante, zu der wir grundsätzlich beauftragt waren", so Fenger. Die Werkstatt dicht machen, ging nicht: Aufgrund des mit dem Landkreis vereinbarten Versorgungsauftrags bedeute eine Schließung, dass die Caritas für die dort beschäftigten Menschen kein Geld mehr bekommen würde, so Fenger. Zudem: Für die Betreuung der Bewohner braucht es Personal vor Ort.

40 Betreuer statt 15 in einem der Häuser

Mittlerweile kommen die ersten Mitarbeiter wieder aus der Quarantäne. "Ein Licht am Ende des Tunnels", sagt Fenger. Enorme Kräfte musste die Caritas aufbieten, um über die Zeit zu kommen: So konnten beispielsweise in einem der Häuser statt 40 Mitarbeiter nur noch 15 eingesetzt werden. So langsam entspanne sich die Situation.

Corona-Hilfen vom Land seien bisher nicht bei der Caritas angekommen, so Fenger weiter. Man sei aber im Gespräch.

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