Ein Gebäude von der Caritas in Freiburg mit dem Logo im Vordergrund. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Appell auch bei der Wohnungsnot

Caritas Heilbronn-Hohenlohe will Nachbesserung bei Kindergrundsicherung

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Bei der Kindergrundsicherung seien Nachbesserungen nötig, bei der Wohnungsnot müssten sich Rahmenbedingungen ändern, sagt der Regionalleiter der Caritas Heilbronn-Hohenlohe.

Die Caritas Heilbronn-Hohenlohe hofft auf Nachbesserungen bei der geplanten Kindergrundsicherung. Bei der Kindergrundsicherung vom Bund sollen ab 2025 staatliche Leistungen wie zum Beispiel Kindergeld und Kinderzuschlag für Kinder und Familien gebündelt werden. Begrüßenswert, sagt Ulf Schwarz, seit Mai der Regionalleiter der Caritas Heilbronn-Hohenlohe. Dennoch übt er auch Kritik.

Sorge vor allzu bürokratischer Umsetzung

Mit der Ausgestaltung sei man noch nicht so ganz zufrieden, außerdem stehe die Befürchtung im Raum, dass es sehr bürokratisch werde. Dadurch würden die, die es erreichen soll und erreichen muss, eben eventuell gar nicht erreicht. Es solle eine Sicherheit und eine Möglichkeit für alle Kinder sein, vor Armut geschützt zu werden, sagt Schwarz. Das könne nur möglichst niederschwellig funktionieren.

Wohnraumoffensive soll vermitteln

Auf der Suche nach bezahlbarem sozialem Wohnraum wenden sich immer mehr Hilfesuchende auch an die Caritas Heilbronn-Hohenlohe. Mit der sogenannten Wohnraumoffensive versucht der Sozialverband, zwischen Wohnungssuchenden in Not und Vermietern zu vermitteln. Dennoch sieht Regionalleiter Ulf Schwarz sowohl Politik als auch Gesellschaft in der Verantwortung. Bauen sei im Moment sehr teuer, sozialen Wohnungsbau müsste man sich deswegen auch leisten wollen.

Wohnungen leer stehen lassen darf sich nicht lohnen

Bezahlbares Wohnen können funktionieren, aber es sei wichtig, dafür neue politische Rahmenbedingungen zu setzen. Wohnungsnot sei mittlerweile kein städtisches Problem mehr, sondern trete auch auf dem Land auf.

"Es darf sich nicht mehr lohnen, Wohnungen leer stehen zu lassen. Solange sich das lohnt, solange glaube ich, lösen wir das Wohnungsproblem nicht."

Ulf Schwarz, Leiter der Caritas Heilbronn-Hohenlohe (Foto: SWR)
Ulf Schwarz, Regionalleiter der Caritas Heilbronn-Hohenlohe, zum Gespräch im SWR Studio Heilbronn.

Die Caritas versuche beispielsweise, als Vermittler zwischen Wohnungssuchenden und Vermieterinnen und Vermietern aufzutreten. Dafür wolle man auch aktiv Vermietende ansprechen, ob eine Wohnung frei wäre. Auch würde man dann das Mietverhältnis aktiv begleiten, sollte es zu Schwierigkeiten kommen. So soll es schmackhaft gemacht werden, Wohnungen auch sozial zu vermieten.

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