Ein Auszubildender im KFZ-Handwerk schneidet in einem Ausbildungszentrum mit einer Flex einen alten Auspuff auf. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Felix Kästle)

50 Jahre BTI in Ingelfingen mit Kritik an der Politik

Berner-Chef zur Wirtschaft: "Es ist ein Ressourcenkampf, der gerade tobt"

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Das Familienunternehmen BTI mit Sitz in Ingelfingen gibt es seit 50 Jahren. Der Direktvertreiber für das Handwerk will seinen Umsatz in den nächsten Jahren verdoppeln.

Gestiegene Einkaufspreise von Produkten, hohe Gaspreise, instabile Logistikketten - auch der Direktvertreiber BTI Befestigungstechnik GmbH & Co. KG im Hohenlohekreis, der zur Berner Group gehört, spürt momentan die vielen Herausforderungen in der Wirtschaft. Beim Jubiläum in einem Festzelt bei der BTI-Firmenzentrale im Kochertal sprach der CEO, also der Chef der Berner Group, Klartext und übte auch Kritik an der Politik: Es sei ein Ressourcenkampf, der gerade tobt.

EU-weit höchste bürokratische Hürden

Wenn man die USA, China und Europa miteinander vergleiche, habe Europa die meisten bürokratischen Auflagen und Regeln. "Wir können kaum noch atmen", so Berner.

"Wenn es hier keine Angleichung gibt, ist es absehbar, dass die europäischen Unternehmen verlieren."

Gerade deswegen sei Europa etwa auch nicht Vorreiter bei der Digitalisierung. Und man werde als Nächstes wohl auch den Vorteil bei den Autos verlieren, prophezeit Berner. Die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken, Kirsten Hirschmann, fordert von der Politik rasch Klarheit, mit welchen Maßnahmen Unternehmen jetzt genau beim Thema Energie entlastet werden können. Die Unsicherheit bei vielen Firmen sei aktuell groß.

"Es sind ja alles vage Versprechungen, die im Raum stehen."

Politik müsse Entscheidungen treffen

Der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Hohenlohekreis, Christian von Stetten, fordert ebenfalls eine rasche Entscheidung der Bundesregierung. Wegen der Landtagswahl in Niedersachsen stocke gerade alles, so sein Eindruck. Die Firmen hätten jetzt neue Verträge der Energieversorger auf dem Tisch liegen. Man könne diese ablehnen oder unterschreiben. Das sei aber erst möglich, wenn die Politik entschieden habe.

50 Jahre BTI Ingelfingen (Foto: SWR)

BTI mit positivem Blick in die Zukunft

Trotz der vielen Herausforderungen, die es gerade gibt, sieht der Direktvertreiber BTI eine positive Zukunft für die nächsten Jahre. Aktuell arbeiten 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei dem Direktvertreiber für das Handwerk. Im Sortiment sind Werkzeuge, Arbeitskleidung, aber auch Brandschutz-Produkte.

"Wir haben einen klaren Wachstumskurs. Ich will den Umsatz in den nächsten acht bis zehn Jahren verdoppeln."

Das Unternehmen BTI war am 1. September 1972 von Albert Berner im Alter von 36 Jahren gegründet worden. Der Seniorchef hatte Mitte der 1960er-Jahre in einem verregneten Sommerurlaub die Idee, einen eigenen Dübel zu entwickeln, den Berner Nylon-Dübel. Um diesen direkt und schnell an die Handwerker verkaufen zu können, entschied er sich für das Modell des Direktvertriebs.

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