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Nach dem Ansturm am Wochenende auf den Breitenauer See bei Obersulm (Kreis Heilbronn) suchen die Verantwortlichen nach einem Konzept für den Umgang mit den Badeseen.

Das Heilbronner Gesundheitsamt prüft, ob es unter den Badegästen vom Wochenende einen Corona-Fall gab. Sollte das der Fall sein, so ein Sprecher Behörde auf SWR Anfrage, werden womöglich alle Badeseen im Kreis Heilbronn geschlossen.

Möglicherweise Beschränkung der Besucherzahlen

Andere Möglichkeiten werden auch diskutiert: Mehr Kontrollen, also eine Beschränkung der Besucherzahlen an den Badeseen. Das sei allerdings schwer zu kontrollieren, hieß es.

Am Wochenende noch völlig überfüllt: der Breitenauer See bei Obersulm (Foto: SWR)
Am Wochenende noch völlig überfüllt: der Breitenauer See bei Obersulm

Sollte der Breitenauer See komplett gesperrt werden, würden die Leute wohl auf andere Seen ausweichen - zum Beispiel an die Ehmetsklinge bei Zaberfeld (Kreis Heilbronn). Doch auch dort war es am Wochenende überfüllt. Die Gemeinde hat deswegen für kommendes Wochenende einen privaten Dienst beauftragt, der Falschparker abschleppen soll.

Sollte am Breitenauer See nur die Badestelle gesperrt werden, fürchtet Obersulms Bürgermeister Tilman Schmidt (parteilos), dass die Menschen ins Naturschutzgebiet am See gehen.

Corona-Regeln kaum kontrollierbar

Die Badeseen in der Region Heilbronn-Franken waren am Sonntag völlig überfüllt - und das in Corona-Zeiten. Allein am Breitenauer See bei Obersulm (Kreis Heilbronn) schätzte die Polizei rund 10.000 Besucher. Die Polizei war im Einsatz und unterstütze die Betreiber des Breitenauer Sees. Bei der großen Menschenmenge könne auch sie nicht mehr viel ausrichten, zum Beispiel was die Einhaltung der Corona-Regeln angehe, so ein Sprecher des Präsidiums Heilbronn.

Polizei musste eingreifen

Die Zufahrt zum Breitenauer See musste am Sonntag zeitweise gesperrt werden. Die Besucher des Breitenauer Sees hatten bereits am Sonntagmittag entlang der B39 geparkt, da die vorhandenen Parkflächen ausgelastet waren. Das versuchte die Polizei zu verhindern und sperrte die Zufahrtstraße zum See. Besucher nahmen trotzdem sehr weite Laufwege in Kauf. Viele Menschen hielten sich zudem nicht an Verkehrszeichen oder -regeln, trotz Polizeipräsenz, sagte ein Sprecher dem SWR.

Breitenauer See Überfüllung (Foto: SWR, Raphael Moos)
Bereits im Jahr 2019 gab es an einem Hitzetag rund um den Breitenauer See einen Menschenansturm, der im Chaos endete (Archivbild) Raphael Moos

Gemeinde warnte vor dem Wochenende

Die Gemeinde Obersulm hatte schon vor dem Wochenende öffentlich darum gebeten, nicht an den Breitenauer See zu kommen: "Bleiben Sie an Schönwetterwochenenden dem Breitenauer See fern!" hieß es. Nach den Regentagen letzte Woche war es den Verantwortlichen der Kommune klar, dass es einen Massenansturm geben würde.

Es ist ohnehin nicht das erste Mal, dass es am Breitenauer See bei Obersulm so eine Situation gab. Der See ist sehr weitläufig, die Parkmöglichkeiten dagegen eher begrenzt.

Andere Badeseen ebenfalls überfüllt

Ähnliche Situationen gab es am Wochenende an der Ehmetsklinge bei Zaberfeld und dem Tiroler See bei Forchtenberg (Hohenlohekreis).

Ehmetsklinge bei Zaberfeld (Foto: SWR)
Die Ehmetsklinge (Archivbild)

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