Breitband-Ausbau (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Patrick Pleul)

Zeitweiser Förderstopp des Bundes

Glasfaserausbau: Schwäbisch Hall erwartet mehr Bürokratie

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Alice Robra

Der Landkreis Schwäbisch Hall kommt beim Glasfaserausbau planmäßig voran - bisher. Doch mit neuen Regelungen im nächsten Jahr erwartet der Zweckverband Breitband mehr Bürokratie.

Der Landkreis Schwäbisch Hall ist vom Förderstopp des Bundes für den Glasfaserausbau nur geringfügig betroffen. Das erklärte der Schwäbisch Haller Zweckverband Breitband auf SWR Anfrage.

"Wir kommen planmäßig voran, das heißt, wir bauen momentan die "weißen Flecken" aus - also alles, was unter 30 Megabit pro Sekunde im Download ist."

Auch für die "grauen Flecken", wo es schon Internet zwischen 30 und 100 Mbit/s gibt, seien alle Förderanträge abgegeben. Nur die Förderung von Beraterleistungen müssten noch beantragt werden, erklärt Heinz Kastenholz. In dieser Hinsicht schaut er deshalb gelassen ins kommende Jahr.

Potenzialanalyse als neue Entscheidungsgrundlage?

Doch um tatsächlich alle Gebäude mit Glasfaser vernetzen zu können, werden wieder Förderanträge gestellt werden müssen. Das betrifft dann die von Heinz Kastenholz sogenannten "hellgrauen Flecken". Hier wird vom Bundesverkehrsministerium überlegt, die Potenzialanalyse als neue Entscheidungsgrundlage einzuführen, wer gefördert wird und wo darauf gesetzt wird, dass zum Beispiel ein Telekommunikationsnunternehmen selbst ausbauen könnte.

Mehr Bürokratie in Sicht

Heinz Sperrholz befürchtet dadurch vor allem mehr Bürokratie. Jetzt hätten sie sich mit dem Markterkundungsverfahren arrangiert - bei einem neuen Verfahren erwartet er wieder Fehlerquellen. Zum Beispiel sei kein Verlass darauf, dass die Telekommunikationsanbieter tatsächlich innerhalb von drei Jahren ausbauten, auch wenn sie das bei einer Abfrage angeben würden. Befürworter erhoffen sich dadurch eine effizientere Verwendung der Fördermittel.

"Es wurde bisher noch nie etwas besser, wenn etwas geändert wird."

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Unterschiedliche Interessen werden zum Problem

Nicht überall bietet sich ein kommerzieller Betreiber an, der den Ausbau selbst übernimmt. Manchmal ist es für die Unternehmen schlicht nicht wirtschaftlich interessant genug, wie bei einzelnen Aussiedlerhöfen. Aber auch gegensätzliche Interessen stehen im Weg: Beispielsweise könnte der Eppinger Stadtteil Adelshofen ein Problem bekommen, erklärt Holaschke. In Eppingen wurde im Vertrauen auf die Förderung ein eigenes Glasfasernetz angefangen.

"Die Stadt Eppingen hat mit Fördergeldern Trassen erschlossen, Leerrohre gelegt, und dadurch können wir auch wieder Pachteinnahmen generieren. Es hat also auch einen gewissen finanziellen Anreiz, teilweise im Netzanbau sich selbst zu engagieren."

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