Die Feuerwehr löscht einen Brand auf einem Getreidefeld bei Malsch (Kreis Karlsruhe). Zu sehen sind ein Feuerwehrfahrzeug und ein Feuerwehrmann beim Löschen.  (Foto: Einsatz-Report24)

Feuerwehren in Heilbronn-Franken sehen keine Entspannung

Trockenheit und Hitze - weiterhin Gefahr von Wald- und Flächenbränden

STAND

Die Feuerwehren in Heilbronn-Franken rechnen in den nächsten Tagen nicht mit einer Entspannung bei der Wald- und Flächenbrandgefahr. Die Situation verschärfe sich weiter, hieß es.

Kreisbrandmeister Andreas Geyer aus dem Main-Tauber-Kreis bestätigte dem SWR Studio Heilbronn, dass die Gefahr von Bränden auf Feldern und Wäldern weiterhin besteht – trotz angesagtem örtlichem Regen. Doch die Feuerwehren seien gut vorbereitet: "Wir haben Notfallplanungen und Waldbrandalarmpläne."

Andreas Geyer, Kreisbrandmeister Main-Tauber-Kreis (Foto: SWR)
Andreas Geyer, Kreisbrandmeister Main-Tauber-Kreis

Brandbekämpfung aus der Luft

Man sei zudem in Kontakt mit Forstbereichen, es gebe Wasserentnahmestellen für Hubschrauber und sei auch in enger Kommunikation mit dem Fliegerort Niederstetten (Main-Tauber-Kreis). Dort gibt es Außenlastbehälter für größere Einsätze, um aus der Luft die Brandbekämpfung in unzugänglichen Bereichen durchführen zu können.

"Wir haben teilweise täglich drei bis vier Einsätze im Zusammenhang mit Waldbränden beziehungsweise Ackerflächenbränden."

Trockenheit und Hitze machen zu schaffen

Es ist schier unerträglich draußen und Hitze und Trockenheit machen allen zu schaffen – besonders auch den Feuerwehren. Die scheinen momentan im Dauereinsatz zu sein. Immer wieder brennt es auf Ackerflächen. Am Montagabend brannte es auf einem Feld bei Lauda-Königshofen (Main-Tauber-Kreis), in Oedheim (Kreis Heilbronn) sollten Anwohner am Dienstagnachmittag die Fenster geschlossen halten.

Brandgefahr ist riesengroß

Die Lage werde von Tag zu Tag kritischer, sagt Kreisbrandmeister Geyer aus dem Main-Tauber-Kreis. Die Gefahr bei gewöhnlichen Feldarbeiten einen Flächenbrand auszulösen, sei riesengroß. Das Feuer auf einem Getreidefeld zwischen Messelhausen und Kützbrunn bei Lauda-Königshofen (Main-Tauber-Kreis) sorgte für einen Großeinsatz.

Lauda-Königshofen

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Getreidefeld steht in Flammen

Als Alexander Schiefermeyer gegen 20 Uhr aus dem Fenster schaute, traute er seinen Augen kaum: Keine 400 Meter von seinem Wohnhaus in Kützbrunn entfernt stand ein Getreidefeld in Flammen – die hohe Rauchsäule sah man kilometerweit.

Feuerwehren aus dem gesamten Umkreis rückten an – ein Großeinsatz, der zum Glück glimpflich ausging. Vermutlich überhitzte ein Mähdrescher, Strohballen fingen Feuer und die Flammen gingen aufs Feld über. Die Ursache ist weiterhin nicht ganz klar.

"Bei dieser Hitze, bei diesen Temperaturen, bei dieser Trockenheit, die wir haben ist klar, man muss nur mal ein Steinchen ins Mähwerk bekommen, es entsteht ein kleiner Funken und dementsprechend kann es natürlich zur Entzündung der Materialien kommen."

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Feuerwehren in erhöhter Alarmbereitschaft

Kein Wunder also, dass die Feuerwehren momentan im Dauereinsatz sind. Seit etwa einer Woche müssten es ungefähr 15 Einsätze gewesen sein, meint Geyer.

Man könne fast die Uhr danach stellen, ab nachmittags 14 Uhr bis in den Abend hinein müssten die Feuerwehren ausrücken. Natürlich sei man vorbereitet, denn wenn es auf Feldern oder im Wald brennt, ist Wasser meist weit weg. Deshalb halten Feuerwehren Löschwasser vor, wie zum Beispiel Abrollbehälter in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis).

Beim Feldbrand bei Lauda-Königshofen kamen Landwirte zur Hilfe mit Wasser befüllten Güllefässern und schwerem Gerät an den Traktoren. So konnte Schlimmeres verhindert werden.

 Feuerwehrleute löschen ein brennendes Rapsfeld. In Bingen unterstützen künftig die Winzer bei Löscheinsätzen(Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Feuerwehrleute beim Löschen eines Rapsfeldes (Archiv) Picture Alliance

Feuerwehren bittet um erhöhte Vorsicht

Geyer bittet alle um erhöhte Vorsicht in Wäldern, auf Feldern und im eigenen Garten. Es werde wohl nicht besser in den nächsten Wochen, meint er mit Blick auf die Wetterprognosen - unter anderem vom Deutschen Wetterdienst. Dieser gibt auch Prognosen zu Brandgefahren heraus.

Die Anspannung bleibt also – nicht nur bei der Feuerwehr, sondern auch bei denen, die auf dem Land wohnen, Landwirtschaft betreiben und deren Häuser oft direkt an Felder und Wälder angrenzen.

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