Blutbank SLK Heilbronn (Foto: Pressestelle, SLK-Kliniken Heilbronn)

Blutspendedienste schlagen Alarm

Blutbank Heilbronn: Blut wird knapp - Situation so dramatisch wie nie

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Das Blut wird knapp. Blutspendedienste wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) schlagen Alarm und auch die Heilbronner Blutbank warnt: Die Situation ist so schlimm wie noch nie.

Es fehlt Blut, nahezu überall. Spendenaufrufe fruchten wenig, berichten verschiedene Einrichtungen. Die Ferienzeit ist immer schwierig, aktuell aber mehr denn je. In Heilbronn kann die Blutbank nach eigenen Angaben immerhin auf einen zuverlässigen Stamm von Spendern zurückgreifen, die Patienten der SLK-Kliniken sind damit versorgt. Trotzdem "gibt es gegenwärtig eine sehr angespannte Situation bei der Versorgung mit roten Blutkörperchen, den Erythrozyten", so Astrid Stäps, Leitende Ärztin der Transfusionsmedizin und Blutbank, im Interview mit dem SWR.

"Ich leite die Blutbank jetzt seit 21 Jahren und so wie im Moment, dass wir so knapsen müssen, das habe ich noch nicht erlebt. Die Situation ist tatsächlich dramatisch."

Blutbank Heilbronn mit eigenem Instragram-Account

Das gilt deutschlandweit. Deshalb ist der diesjährige "Weltblutspendetag" am Dienstag (14. Juni) umso mehr Anlass, um neue Spender zu werben, die dringend benötigt werden. Die Heilbronner Blutbank startet deshalb zum 14. Juni einen eigenen Kanal auf Instagram: "blutbank_heilbronn".

Blutbank SLK Heilbronn (Foto: Pressestelle, SLK-Kliniken Heilbronn)
Das Blut wird gut gekühlt, sobald es da ist Pressestelle SLK-Kliniken Heilbronn

80 Prozent aller Deutschen benötigen mindestens einmal im Leben Blut oder Medikamente, die mithilfe von Blutpräparaten hergestellt werden, berichtet die Heilbronner Blutbank. Allerdings spenden nicht einmal fünf Prozent der Bevölkerung Blut.

Grillzange und Verlosung als Anreiz

Die Spendenbreitschaft muss also deutlich steigen. Das DRK im Kreis Schwäbisch Hall beispielsweise greift schon zu neuen Anreizen: Bei Spendeaktionen kürzlich in Ilsfeld erhielt jeder Spender eine Grillzange und konnte an der Verlosung eines Premium-Grills teilnehmen.

Personen auf Liegen und Personal bei Blutspendeaktion in Tripsdrill (Foto: SWR, Wolfgang Köhler)
Das DRK bei einer Blutspendeaktion im Freizeitpark Trispdrill (Archiv) Wolfgang Köhler

Zum "Weltblutspendetag" bietet unter anderem das DRK Schwäbisch Hall einen Termin in der Hagenbachhalle an - mit Terminvereinbarung vorab. Wer bei der Terminsuche etwas flexibler sein möchte, kann unter anderem bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) fünfig werden.

Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff

"Die roten Blutkörperchen sind so immens wichtig, weil sie den Sauerstoff im Blut transportieren", erklärt Astrid Stäps, Leitende Ärztin der Transfusionsmedizin und Blutbank der SLK-Kliniken.

Die Medizinerin ist froh, "dass wir mit unsere Blutbank für den SLK-Verbund gut aufgestellt sind". Aber: Im Verbund werden im Monat über 1.000 Blutkonserven benötigt. "Das schaffen wir momentan gerade so", berichtet Stäps.

Blutbank SLK Heilbronn (Foto: Pressestelle, SLK-Kliniken Heilbronn)
Die Vorräte in der Blutbank werden nicht mehr so gut gefüllt Pressestelle SLK-Kliniken Heilbronn

Mehr Blut-Bedarf und weniger Spender

Als Gründe für die Entwicklung nennt sie zum einen die Zunahme des Verbrauchs von Blutprodukten durch viele Operationen, die wegen der Corona-Pandemie aufgeschoben worden waren, auch zahlreiche Tumortherapien laufen wieder an. Zum anderen sei die Spendefreudigkeit erneut zurückgegangen.

Und Spender sind nötig, da Blut nicht künstlich hergestellt werden kann. Deshalb, und auch weil das abgegebene Blut höchsten Standards genügen muss, um transfusioniert zu werden, wird jede Spende labormedizinisch geprüft. Für Spender heißt das, es gibt jedes Mal eine kleine Gesundheitskontrolle.

Blutbank SLK Heilbronn (Foto: Pressestelle, SLK-Kliniken Heilbronn)
Hier geht es zur Blutbank der SLK-Kliniken Heilbronn Pressestelle SLK-Kliniken Heilbronn

"Jedes Blutprodukt steht unseren Patienten bereits am Tag nach der Blutspende zur Verfügung", erklärt Astrid Stäps. Lediglich fünf bis zehn Minuten, plus einer anschließenden Ruhephase von maximal 30 Minuten, genügen, um sein Blut für Menschen mit oft lebensbedrohlichen Krankheiten oder Unfällen zu spenden.

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