Bierflaschen werden teurer: Glück haben jetzt die Brauereien, die keine neuen Flaschen kaufen müssen, sondern vorgesorgt haben. (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christian Charisius)

Bierpreis wegen Ukriane-Krise schon gestiegen

Wie Brauereien in Heilbronn-Franken die Flaschen-Knappheit spüren

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Auch Brauereien in der Region Heilbronn-Franken spüren die Ukraine-Krise. Bierflaschen sind teurer, aber nicht knapp - noch nicht. Das Bier selbst ist schon teurer geworden.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine lässt auch die Preise für das heimische Bier steigen. Schon seit einiger Zeit ist der Gerstensaft aus der Region teilweise teurer, weil die Preise für Getreide gestiegen sind. Jetzt kommt das nächste Problem: Die Flaschen fehlen. Noch kommen die regionalen Brauereien, wie Haller Löwenbräu oder Distelhäuser in Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis), damit klar - aber wie lange noch?

Bierkisten auf Paletten stapeln sich im Lager der Haller Löwenbräu Brauerei in Schwäbisch Hall (Foto: SWR, Raphael Moos)
Lager von Haller Löwenbräu(Archiv) Raphael Moos

Bierflaschen-Problem könnte sich verschärfen

Ein Sprecher von Haller Löwenbräu in Schwäbisch Hall sagte dem SWR, noch seien genug Bierflaschen zum Abfüllen vorhanden, doch schon in den vergangenen Sommern seien diese oft Mangelware gewesen. Diesen Sommer könnte sich das Problem verschärfen, fürchtet er.

Grund ist, dass Glas knapp und - unter anderem durch den Ukraine-Krieg - teurer ist als in der Vergangenheit. Auch der Bierpreis musste eben wegen gestiegener Getreidepreise schon angehoben werden.

Sonnenschirme vor Brauerei (Foto: SWR)
Biergarten der Distelhäuser-Brauerei (Archiv)

Distelhäuser nutzt Mehrwegsystem

Die Distelhäuser-Brauerei in Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) hingegen nutzt wegen der regionalen Vermarktung ein Mehrwegsystem, bei dem sich der Glasmangel weniger bemerkbar mache, hieß es auf SWR-Anfrage. Der Absatz momentan sei bei dem herrlichen Wetter gut.

Händler und Gastronomen werden von Distelhäuser direkt beliefert. Im Winter ist die Brauerei aus dem Main-Tauber-Kreis auf "Vichy-Flaschen" im 0,33 Liter-Bereich umgestiegen - das sei problemlos, hieß es.

Brauerbund: Flaschen-Knappheit ist nicht neu

Der Brauerbund Baden-Württemberg sagt: Die Flaschen-Knappheit ist weder neu noch bisher "dramatisch". Schon in den vergangenen Sommern hätte man Verbraucher immer wieder auffordern müssen, Leergut zurückzubringen. Steigende Preise und Personalprobleme könnten dagegen demnächst zur Herausforderung werden.

Viele Brauereien hätten sich bereits mit genügend Flaschen versorgt. Viele Mitglieder würden Flaschen aus Poolbeständen nutzen, also keine eigenen, wie beispielsweise Distelhäuser im Main-Tauber-Kreis. Jetzt zu bestellen, ist laut Brauerbund wegen der Lieferung schwierig: Es fehlen, auch wegen der Ukraine-Krise, Fahrer für die Lkw. Deshalb stehen bei Leergut-Logistikern auch viele leere Flaschen ungenutzt herum.

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