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Es gibt immer mehr davon und sogar im Stadtgebiet Heilbronn ist er schon angekommen: der Biber. Breit macht er sich - wie sollte es bei dem Namen anders sein - beispielsweise im Stadtteil Biberach.

Heilbronn Auf den Spuren des Bibers im Stadtgebiet

Ein im Heilbronner Stadtgebiet Horkheim aufgefundener verirrter Biber wird wieder in die Freiheit entlassen (14.5.2012) (Foto: Privat)
Ein im Heilbronner Stadtgebiet Horkheim aufgefundener verirrter Biber wird wieder in die Freiheit entlassen (14.5.2012) Privat Bild in Detailansicht öffnen
Der Biber hinterlässt in Heilbronn-Biberach deutliche Spuren Bild in Detailansicht öffnen
Biberbau - auch Biberburg genannt - in Heilbronn-Biberach. Der Biber lebt im Familienverbund Bild in Detailansicht öffnen
Wolf-Dieter Riexinger von der Naturschutzbehörde der Stadt Heilbronn zeigt Bissspuren, die der Biber an einem Baum hinterlassen hat Bild in Detailansicht öffnen
Das eindrückliche Gebiss eines Bibers bei Heilbronn - die Nagezähne wachsen stetig nach Bild in Detailansicht öffnen
Dieser Biber hatte sich ins Heilbronner Stadtgebiet verirrt (Archivbild) Privat Bild in Detailansicht öffnen

Immer wieder findet der Mensch die Spuren des großen Nagers: In Eppingen (Kreis Heilbronn) stauten Biber schon einen eigenen See auf. Manch Zeitgenosse fordert sogar unter strengen Voraussetzungen den Abschuss des Pelztiers mit den gelben Zähnen. Auch einige Landwirte mit Feldern an Gewässern kommen nicht gerade ins Schwärmen, wenn es um den Biber geht.

"Da muss man sich arrangieren", sagt Wolf-Dieter Riexinger von der Naturschutzbehörde der Stadt Heilbronn. Er freut sich, dass der beinahe ausgerottete und streng geschützte Biber nach langer Abwesenheit mehr und mehr in die Region zurückfindet - sogar in städtische Gebiete.

Angenagter Baum: Der Biber hinterlässt in Heilbronn-Biberach deutliche Spuren (Foto: SWR)
Der Biber hinterlässt in Heilbronn-Biberach deutliche Spuren

Bissspuren und Biberrutschen

Neuansiedlungen gibt es, wenn sich Jungtiere auf den Weg in ein eigenes Revier machen - so wie in Heilbronn geschehen. Wer aber das scheue Pelztier mit eigenen Augen erblicken will, braucht eine gehörige Portion Glück. Schließlich ist der gut getarnte Nager dämmerungs- und nachtaktiv. Entlang von Gewässerufern entdeckt man zumindest seine Spuren. Viel Platz zum Ausbreiten hat er beispielsweise entlang des Grundelbachs im ländlicheren Biberach. Hier zeugen allerlei Bäume von seiner Existenz. Entweder liegen sie gefällt am Boden oder weisen keilförmige Bissspuren auf. Davor liegen so genannte Biberchips, abgenagte Holzspänen. Auch Biberrutschen, über die er sich vom Ufer aus ins Wasser gleiten lässt, findet der aufmerksame Spaziergänger. Im Winter ernährt sich der Vegetarier von Rinde und Zweigen, im Sommer bevorzugt er krautige Pflanzen.

Biberbau für den Familienverbund

Faul ist so ein Biber nicht gerade: Biberbauten für sich und den Familienverband, in dem er lebt, finden sich hier ebenso wie Staudämme. Stapelweise Holz schleppen die Tiere dafür heran. Wie viele es im Stadtgebiet gibt, kann Naturschützer Riexinger nicht genau beziffern. Man wisse von vier Stellen, an denen Biber aktiv seien. In Biberach scheint es den Spuren nach mehr als einer zu sein - Riexinger hofft daher auf Bibernachwuchs.

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