Ein Frau bekommt einen Korb voll Einkaufssachen gebracht. (Symbolbild)

Sozialprojekte suchen neue Mitstreiter

Ehrenamtliche Hilfe auf dem Land wird immer wichtiger

Stand
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Jan Arnecke
Autor/in
Raphael Moos
Raphael Moos (SWR)

Die Wege zum Facharzt, dem Supermarkt oder Ämtern können auf dem Land lang sein. Deshalb helfen in Wüstenrot oder Talheim Ehrenamtliche beim Einkaufen oder der Kinderbetreuung.

Immer mehr Menschen in Wüstenrot (Kreis Heilbronn) wünschen sich offenbar Unterstützung - vor allem ältere Leute. Der Bedarf nehme zu, sagt Elisabeth Knaus, die Koordinatorin des Patenprojekts "Rückenwind" in der Gemeinde. Denn die Wege zu Beratungs- oder Unterstützungsangeboten sind auf dem Land, wie in Wüstenrot, oft besonders lang. Daher werden neue ehrenamtliche "Patinnen" und "Paten" gesucht. Ein ähnliches Patenprojekt läuft bereits seit über 10 Jahren erfolgreich in Möckmühl (Kreis Heilbronn).

Ganz individuelle, nachbarschaftliche Hilfe

Aktuell gibt es in Wüstenrot sieben sogenannte Patinnen und Paten: sechs Frauen und einen Mann. Sie unterstützen alle, die es sich wünschen. Ganz egal, ob das Familien in schwierigen Lebenssituationen, Alleinerziehende, ältere Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund sind.

Eine Fahrt zum Arzt, die der Bürgerbus nicht abdeckt, da er nur innerhalb von Wüstenrot fährt, Unterstützung beim Einkaufen oder der Kinderbetreuung, Hilfe bei Behördengängen für Menschen mit Migrationshintergrund oder einfach nur ein offenes Ohr. "Die Aufgaben sind so unterschiedlich, wie die Menschen", erklärt Elisabeth Knaus im Gespräch mit dem SWR.

Ein Collage aus einem Flyer des Patenprojektes "Rückenwind" in Wüstenrot
Eine Collage aus einem Flyer des Patenprojektes "Rückenwind" in Wüstenrot.

Neue Helferinnen und Helfer in Wüstenrot gesucht

Da der Bedarf an Helfenden immer weiter steigt, sucht das Projekt nun neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die sich hier ehrenamtlich einbringen wollen. An vier Samstagen werden die "Patinnen" und "Paten" geschult. Das Projekt richtet sich auch nach den Lebensumständen der Ehrenamtlichen. Die können ganz flexibel planen, wie viel Zeit sie aufbringen können und welche Menschen sie gerne bei welchen Aufgaben unterstützen wollen.

Das Projekt läuft seit einem knappen Jahr. Die Rückmeldungen seien bisher durch die Bank weg positiv, freut sich Knaus. Die Menschen seien dankbar. Und auch von Einrichtungen wie Pflegediensten, Beratungsstellen oder dem Jugendamt gebe es nur positives Feedback. Denn das Projekt werde in einem Bereich tätig, in dem diese oftmals nicht die nötige Zeit hätten, so Elisabeth Knaus weiter. Das bestätigt sie in ihrer Idee des Projektes "Rückenwind". Ins Leben gerufen wurde es von der Gemeinde, der Diakonie und der AOK.

Ehrenamtliches Netzwerk per App in Talheim

Auch in Talheim (Kreis Heilbronn) haben sich Ehrenamtliche zum Helfen organisiert. Sie machen dies über die App "Hilver". Dort können sich sowohl Menschen, die Hilfe anbieten wollen, als auch Menschen, die Hilfe brauchen, vernetzen.

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