Bäckertüten-Aktion gegen Trickbetrüger auf dem Heilbronner Kiliansplatz (Foto: SWR)

Auftaktveranstaltung auf dem Heilbronner Kiliansplatz

Bäckertüten-Aktion gegen Trickbetrüger startet

STAND

Auf 160.000 bedruckten Bäckertüten wird vor der Gefahr durch Trickbetrüger gewarnt. Durch die Aufklärungskampagne sollen möglichst viele Menschen erreicht werden.

Auf dem Kiliansplatz in Heilbronn haben am Dienstag Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD), Polizeipräsident Hans Becker und viele Kooperationspartner Bäckertüten verteilt. Darauf wird vor Trickbetrügern gewarnt. Es ist ein Präventivschlag gegen die vielseitigen Maschen der Telefonbetrüger. Insgesamt 160.000 Bäckertüten werden ab sofort in allen Härdtner-Filialen verteilt.

Schockanrufe weiter im Fokus der Polizei

Die Betrugsmaschen "Enkeltrick" und "Angeblicher Polizeibeamter" stehen weiter im Fokus der Arbeit des Polizeipräsidiums Heilbronn. Auch für Oberbürgermeister Harry Mergel steht die Sicherheit der Bürger an oberster Stelle.

"Es geht darum, auf diese Form der Kriminalität hinzuweisen und damit den Menschen die Möglichkeit zu geben, entsprechend zu reagieren".

Ziel ist es, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mit den Bäckertüten zu erreichen.

Bäckertüte - Aufklärungskampagne (Foto: SWR)
Diese Bäckertüten sollen helfen, über Trickbetrüger aufzuklären.

Polizeipräsident setzt auf Multiplikatoren

Fast alle Menschen holen sich irgendwann einmal Brötchen vom Bäcker, erklärte Heilbronns Polizeipräsident Hans Becker. Bei 160.000 Tüten erreiche man eine Menge Menschen.

"Jeder dieser Menschen ist auch wieder ein Multiplikator", so Becker. Denn viele würden die Information im Gespräch an andere weitergeben. Im Idealfall erreicht die Kampagne viele Menschen. Das sei wichtig, denn die Prävention ist die beste Waffe gegen die Telefonbetrüger, sagt Becker.

Betrüger sind mittlerweile professionell

Die Betrugsmaschen haben sich über die Jahre weiterentwickelt. Mittlerweile gehen viele der Anrufe von Call-Centern im Ausland aus. Dahinter stecken organisierte kriminelle Strukturen mit vielen Hintermännern. In den Telefonaten wird zunächst Vertrauen aufgebaut. Danach werden die Opfer unter Druck gesetzt. Das beste Mittel sei aufzulegen, erklärt der Polizeipräsident. Es könne mittlerweile jeden treffen, nicht nur Ältere.

Bankmitarbeitende werden geschult

Neben der Aufklärung der Bürger setzt die Prävention auch bei den Gruppen an, die ebenfalls in der Betrugskette verwickelt sind. Neben Taxifahrern werden auch zunehmend Mitarbeitende von Banken aufgeklärt.

Es gibt bereits breite Schulungen, sagte Thomas Braun, Geschäftsführer der Sozialstiftung der Sparkasse Heilbronn dem SWR. Dabei werden die Mitarbeitenden für auffällige Geldabhebungen sensibilisiert. Erst vergangene Woche sei einer Mitarbeiterin die Vereitelung eines Trickbetrugs gelungen, so Braun.

Die Betrugsmaschen werden von Jahr zu Jahr ausgeklügelter und die Opfer zunehmend jünger. Die Bäckertüten-Aktion soll einen Teil zur Aufklärung beitragen, damit es Telefonbetrüger in Zukunft schwerer haben.

STAND
AUTOR/IN