Steigende Brotpreise (Foto: SWR)

Betriebe in Heilbronn-Franken vor finanziellen Problemen

Bäcker kämpfen mit Energiepreisen: "Schlimmer als Corona"

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Jan Arnecke

Kleine wie große Bäckerei-Betriebe in Heilbronn-Franken haben mit den steigenden Rohstoff- und Energiepreisen zu kämpfen. Für manche sei die Situation schlimmer als die Corona-Pandemie.

Die steigenden Kosten für Rohstoffe und Energie machen Bäckerei-Betrieben in Heilbronn-Franken zu schaffen. Für einige war der finanzielle Druck bereits zu hoch und sie mussten schließen. Die aktuelle Situation sei für Bäckereien noch schlimmer als die Corona-Pandemie, heißt es aus der Branche.

Preise müssen erhöht werden - Sorge um die Zukunft

Nicolas Härdtner von der Bäckerei-Kette Härdtner mit Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) habe die Preise um fünf bis zehn Prozent nach oben anpassen müssen. Grund dafür sind nicht nur steigende Preise bei Rohstoffen und Energie, sondern auch beim Papier für die Bäckertüten, berichtet er.

Eine Zukunftsprognose möchte er nicht abgeben, zu schwankend seien momentan die Preise am Markt, sie änderten sich beinahe täglich. Doch er blicke mit Sorge in die Zukunft, geht sogar so weit zu sagen: Die aktuelle Situation belaste das Bäckergewerbe aktuell noch stärker als in der Vergangenheit die Corona-Pandemie.

Auch Kunden zurückhaltender

Auch Thomas Hammann, der Inhaber der Bäckerei Wiedmann in Heilbronn berichtet von finanziellen Problemen, seit die Preise steigen. "Der letzte Hammer", so formuliert es Hammann, "waren jetzt die steigenden Energiepreise".

"Wir haben das Problem als Kleinstbäcker, dass wir unsere Preise natürlich an die Rohstoff- und Energiepreise anpassen müssen, was natürlich den Kunden, wenn er auch bisschen knapper bei Kasse ist, auch belastet."

Er betreibe seine Öfen mit Gas. Wie es in der Zukunft weitergeht, auch für Hammann unklar. Die Kunden seien seiner Erfahrung nach schon um einiges verhaltener beim Einkauf. Er selbst kenne acht weitere, mit seinem Betrieb vergleichbare Bäckereien in der Region, die die finanzielle Situation nicht gestemmt bekämen und ihren Betrieb geschlossen hätten.

Auch Härdtner spürt Zurückhaltung bei den Kunden. Zwar zeigten diese Verständnis für steigende Preise. Ihm sei allerdings auch aufgefallen, dass viele seiner Kundinnen und Kunden inzwischen seltener in seine Filialen kämen.

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