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Im Kreis Schwäbisch Hall hat es in den letzten Tagen keine weiteren bestätigten Wolfsichtungen gegeben, das teilte das Landratsamt auf Anfrage mit. In der vergangenen Woche war bei Kirchberg ein Wolf fotografiert und eindeutig identifiziert worden.

Wie die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg mitteilte, seien aber in der Nachbarschaft in Bayern einzelne Tiere gesichtet worden. Ob es sich dabei um den bei Kirchberg (Kreis Schwäbisch Hall) fotografierten Wolf handelt, ist unklar.

Vor einer Woche wurde ein Wolf bei Kirchberg gesichtet. Ein Autofahrer hatte zwei Fotos an Behörden geschickt. Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA) gehen nach weiteren Nachweisen in Bayern davon aus, dass es sich zweifelsfrei um einen abwandernden Wolf handelt. Bei diesen Wanderungen kann es den Angaben zufolge vorkommen, dass die Wildtiere auch in der Nähe von Straßen und Siedlungen entlanggehen.

Wolf nur auf der Durchreise?

Jetzt gelte es zu beobachten, ob der Wolf tatsächlich im Landkreis Schwäbisch Hall sein Revier finden wird, so Sebastian Schüller, Leiter des Forstamts Schwäbisch Hall.

"Wenn er sich ansiedelt, dann wäre natürlich anzustreben, dass der Landkreis Schwäbisch Hall und dann vermutlich auch die benachbarten Landkreise, weil der Wolf ein relativ großes Streifgebiet hat, als Präventionsgebiet erklärt werden."

Sebastian Schüller, Leiter des Forstamts Schwäbisch Hall

Wird der Kreis zum Präventionsgebiet erklärt, dann könnten Nutztierhalter auch Förderungen zum Beispiel für spezielle Schutzzäune beantragen.

Weitere Wolfssichtungen in Heilbronn-Franken

Wolfssichtungen sind generell selten, aber sie kommen vor. Die letzte Sichtung in der Region Heilbronn-Franken stammt vom Februar 2021. Laut Umweltministerium wurde ein Wolf in Wertheim (Main-Tauber-Kreis) gesehen. Auch im Juni 2020 war ein Wolf in der Region: Damals tappte er in eine Fotofalle bei Frankenhardt (Kreis Schwäbisch Hall).

Außerdem wurde vor rund zwei Jahren an der Autobahn 6 bei Öhringen (Hohenlohekreis) ein toter Wolf gefunden. Er wurde überfahren. Er wird allerdings nicht in der Tabelle der Wolfsnachweise des Umweltministeriums geführt, weil er aus einem Tierpark in Hessen entlaufen und somit kein Wildtier war.

Der wohl spektakulärste Fall ereignete sich aber im Jahr 2017 bei Widdern (Kreis Heilbronn). Damals riss ein Wolf drei Schafe. Und auch damals ließ es sich nachweisen. Der Schafhalter wurde im Übrigen entschädigt.

Und das war, so hieß es zumindest damals, das erste Mal seit mehr als 100 Jahren, dass ein Wolf in Baden-Württemberg Nutztiere gerissen hat. Der Wolf kehrt so allmählich zurück, auch in die Region Heilbronn-Franken.

Landratsamt: Wolfsbegegnung ist kein Grund zur Panik

Das Landratsamt Schwäbisch Hall weist darauf hin, dass im Falle einer Begegnung kein Grund zur Panik bestehe. Sollte es zu einer Begegnung kommen, sollte man ruhig bleiben, Abstand halten und wenn einem die Situation nicht geheuer sei, könne man laut sprechen oder klatschen, heißt es weiter. In der Regel würden sich die Tiere dann zurückziehen.

Da die Wildtiere aber durchaus wehrhaft seien, solle man sie nicht bedrängen oder gar füttern. Der Wolf wurde an einem Straßenrand fotografiert, daher bittet das Landratsamt ebenfalls um besondere Vorsicht im Straßenverkehr.

FVA bittet Bevölkerung um Mithilfe

Weitere Beobachtungen und Verdachtsfälle sollten umgehend an die Forschungsanstalt in Freiburg gemeldet werden unter 0761 4018 274 oder per Mail an info@wildtiermonitoring.de. Eine Auflistung aller Wolfsnachweise in Baden-Württemberg finden Sie hier.

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