Ein Elektroauto lädt an einer Ladestation (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Hendrik Schmidt/zb/dpa)

Autogipfel im Kanzleramt in Berlin

Transformation der Autoindustrie betrifft Region Heilbronn stark

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Alexander Dambach

Im Berliner Kanzleramt diskutieren die Chefs der deutschen Autohersteller am Dienstagnachmittag mit Bundeskanzler Scholz. Die Transformation der Branche betrifft die Region stark.

Der Autobauer Audi hat das Verbrenner-Aus bereits besiegelt - ab 2026 sollen neue Modelle nur noch elektrifiziert auf den Markt kommen. Bis 2033 läuft die Verbrennerproduktion nach und nach aus.

Für Neckarsulm (Kreis Heilbronn) steht bereits fest, dass ab 2030/2031 der Audi A6 e-tron am Standort produziert werden wird. Im Audi-Werk in den Böllinger Höfen in Heilbronn wird bereits der Audi e-tron GT produziert, der vollelektrisch angetrieben wird.

Der Betriebsrat bei Audi hatte einen elektrischen Nachfolger für das Neckarsulmer Luxusmodell A8 und ein weiteres E-Auto für das Werk gefordert. Audi-Werkleiter Fred Schulze sagte in einem SWR-Interview Ende Dezember, die A8-Nachfolgefrage sei "berechtigt".

Es gebe im Werk Neckarsulm von den Prozessen als auch von den Menschen die Voraussetzung, so ein Auto auch in Zukunft zu bauen. Jetzt müsse man zusammen mit dem Volkswagen-Konzern die Entscheidung treffen, dass so ein Auto auch bei Audi "verortet" werde. Dann sei die Frage, welcher Standort dieses Auto bauen dürfe. Mit einer Entscheidung wird in den nächsten Monaten gerechnet.

Herausforderung für Zulieferer

Ein sehr guter Kenner der regionalen Wirtschaft ist Rudolf Luz. Er war lange Jahre erster Bevollmächtigter bei der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm und am Ende seiner beruflichen Laufbahn in der IG Metall-Zentrale in Frankfurt. Im vergangenen Jahr meinte Luz zur Transformation in der Autoindustrie in der Region, dass er sich um den "großen Audi weniger Sorgen" mache, auch wenn dem Autobauer ein großer struktureller Wandel bevorstehe.

"Ich mache mir schon Sorgen um die konkreten Zuliefererunternehmen, die eben Bauteile machen für den Verbrennungsmotor."

Hier müssten jetzt neue Produkte erfunden und entwickelt werden, so Luz. Insgesamt gebe es aus seiner Sicht aber doch sehr viele positive Impulse in der Region, "sodass ich glaube, dass die Region in diesem Wandel auch sehr viele Chancen hat und auch davon profitiert."

IG Metall sieht Tempo kritisch

Das Tempo des Wandels hin zur Elektromobilität sieht der jetzige erste Bevollmächtigte der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm, Michael Unser, kritisch. Beim Thema Ladeinfrastruktur etwa gehe es nicht so schnell voran wie geplant, ebenso bei den Zulassungszahlen der Elektrofahrzeuge, so Unser.

"Die Zulieferer haben sich natürlich schon darauf vorbereitet, dass sich zukünftig etwas verändert. Manch einer mehr, manch einer weniger."

Zentral für die Gewerkschaft IG Metall ist laut Unser, die Arbeitsplätze in der Region auch in Zukunft zu erhalten. In Summe seien es einige tausend Jobs, die von dieser Branche abhängen. Wichtig sei daher auch eine gute Qualifizierung der Mitarbeiter, damit sie die neue Technik auch beherrschten.

Bosch sieht Wandel positiv

Der weltgrößte Autozulieferer ist die Firma Bosch, die in Abstatt im Kreis Heilbronn ein großes Entwicklungszentrum hat. Es wird dort etwa an Brems- oder Fahrassistenzsystemen getüftelt. In Abstatt arbeiten rund 6.100 Mitarbeiter, Tendenz steigend. Elektromobilität sieht man dort sehr positiv.

"Für uns ist die Transformation im Sinne der Elektrifizierung eine Geschäftschance und auch Wachstumstreiber."

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